Mittwoch, 23. Dezember 2009

Der Fall Schalit: was raten die Rabbiner?


Wie der israelische Sender "Arutz 7" meldet, haben zum ersten Mal in der Geschichte Israels führende Rabbiner des religiös-zionistischen Lagers einen verbindlichen Beschluss gefasst, in dem Grundsätze für den Austausch jüdischer Gefangener und Geiseln gegen Terroristen dargelegt werden. Eingangs wird bemängelt, dass die bisherige Praxis beim Gefangenenaustausch durch das Fehlen klarer Kriterien und Prinzipien gekennzeichnet war. Oft habe das Wohl des Einzelnen bzw einzelner Weniger, oft Toter, gegenüber dem Wohl der Gesamtgesellschaft überwogen. In diesem Sinne haben die Rabbiner drei wichtige Grundsätze verabschiedet:
1. Bei der Befreiung einer Geisel, die durch ihr sträflich leichsinniges Verhalten oder durch gesetzeswidriges Handeln in die Geiselhaft geraten ist, muss das Wohl der Gesellschaft gegenüber dem Wohl der Geisel überwiegen, d. h. die Befreing unter Minimierung der Risiken für die Gesellschaft stattfinden. 2. Ein Austausch lebloser Körper der Geisel gegen lebende Terroristen ist verboten. 3. Bei der Befreiiung gefangener Soldaten muessen maximale Anstrengungen unternommen werden.
Im Lichte anstehender Entscheidungen über Gilad Schalit, aber auch allgemein, kann man den Rabbinerbeschluss als Stärkung der Belange der Sicherheit der Gesamtgesellschaft gegenüber dem Wohl des Einzelnen Gefangenen interpretieren. Der Fall Schalit fällt in die Kategorie des dritten Grundsatzes, bei dem die Entscheidungsfindung offensichtlich am schwierigsten ist.

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