Freitag, 18. Dezember 2009

Fremd in Eurabien? Interaktive Aliyah-Beratung



Liebe Freunde!

Juden in Europa sind zu jeder Zeit mehr oder weniger geduldete Gäste gewesen. Das Spektrum des Verhältnisses der Gasgebergesellschaft zu "ihren" Juden erstreckte sich von der industriellen Vernichtung über die Gethoisierung und sporadische Pogrome bis zur indifferenten Duldung. Am Gaststatus selbst und den fliessenden Übergängen von einer Behandlungsart zur anderen wird sich nichts ändern - und man sollte es übrigens auch nicht dauernd erwarten. Erst recht nicht nach der Wiedergründung des jüdischen Zuhauses in Erez Israel.
Wenn es Ihnen wichtig ist, zuhause zu leben und Sie einen Aufstieg, hebr.: Aliyah, erwägen oder planen, dann freuen wir uns, Ihre Fragen rund um dieses Thema zu beantworten. Formulieren Sie Ihre Frage im unteren Kommentarfeld, oder schreiben sie uns an und Sie erhalten umgehend eine Antwort!

Redaktion "Heute in Israel"
redaktion@heute-in-israel.com

Kommentare:

  1. Ja, ich gehe schon seit einigen Jahren mit dem Vorhaben schwanger, "nach Hause" zu kommen. Aber wenn man fast 60 ist, alleinstehend, ohne Kinder, Verwandte oder sonstwas von der Art, und dazu eine Behinderung, die das Arbeiten im gewöhnlichen Maße unmöglich macht, verlieren sich schnell aber etwas schmerzlich wieder solche Gedanken. Wovon auch sollte ich nach dem Ulpan dort leben, zumal die Ulpan-Zuwendungen auch nicht alle Kosten decken, wenn arbeiten einem selber schwer fällt? Ich bin religiös, chassidisch orientiert, wenn auch nur Mitglied einer ganz normalen orth. Gemeinde mit einem guten Rabbi. Und wenn ich es mir trotz meiner dünnen Finanzen erlauben kann, bin ich einmal im Jahr in Jerusalem. Ich möchte ja gerne Aliya machen, aber wovon kann ein alter Behinderter dort leben?
    Shlomo

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Shalom Shlomo,

      danke für Ihren Kommentar und die Gedanken zur Aliyah. In Ihrer Lebenssituation möge dieser Schritt in der Tat gut überlegt sein, aber das Mindestmass an Lebenssicherung gewährt auch der israelische Sozialstaat. Im folgenden ein Paar Klarstellungen die Ihnen evtl helfen werden, sich ein besseres Bild zu machen.

      Es gibt keine "Ulpan-Zuwendungen", der erste Ulpan, etwa 5 Monate, ist kostenslos. Wahrscheinlich meinen sie den sog. "Absorbtionskorb", der allenfalls den Grossteil der Wohnkosten deckt. Auf der Website des Absorptionsministeriums gibt es u. a. Leistungstabellen:

      http://old.moia.gov.il/Moia_en/FinancialAssistance/TableAmountsBasket.htm?SearchText=#2

      Somit muss man sofort Arbeit suchen. Als Mensch mit Behinderung allerdings, oder Arbeitsunfähiger oder als Mensch im Vorpensionsalter hat man höchstwahrscheinlich Anspruch auf Leistungen von "Bituah Leumi" - der israelischen Nationalversicherung. Ausserdem sollte geklärt werden, ob Sie Ihre in Deutschland verdiente Rente in Israel beziehen können, wenn ja, wird sie, wiederum höchstwahrscheinlich, auf die hiesigen Leistungen nicht angerechnet.

      Die erste Anlaufstelle für Informationsmaterial ist die "Sochnut", the jewish agency. Man kann auch direkt die zuständigen Behörden anschreiben. Da Sie auf die Leistungen von Bituah Leumi angewiesen sein werden, sollten Sie vor allem wissen wieviel Sie in Ihrer Lebenssituation von dieser Behörde erwarten können. Hier der Link zu Bituah Leumi

      http://www.btl.gov.il/English%20homepage/Pages/default.aspx

      Wenn Sie hier niemanden haben, der Ihnen helfen könnte, ist das in der Tat ein Problem, oder das Problem, das ist extrem schwierig. Denn was das reine Geld betrifft, ist in Israel noch kein Ole Hadash verhungert. Deshalb wäre die Aliayh in Ihrer Situation in der Tat ein mutiger, um nicht zu sagen waghalsiger Schritt, und die Entscheidung obliegt Ihnen.

      Viele Grüsse
      Ihr Heute in Israel

      Löschen
  2. Wovon kann ein alter, körperbehinderter Mann in Israel leben, wenn nach 6 Monaten der Ulpan ausläuft?

    AntwortenLöschen