Mittwoch, 30. Dezember 2009

Tuerkei will nicht vermitteln

Das tuerkische Aussenministerium hat die juengsten Bauvorhaben der israelischen Regierung in der Hauptstadt Jerusalem scharf verurteilt. Nach den letzten Ausfaellen der tuerkischen Fuehrung gegen Israel, der demonstrativen Annaeherung der Tuerkei an den Iran, sowie den gegenseitigen Schuldzuweisungen beim schleppenden israelisch-tuerkischen Waffengeschaeft – Israel liefert Militaerdrohnen an die Tuerkei, die sie in den Kurdengebieten im Osten der Tuerkei und im tuerkisch-irakischen Grenzgebiet einsetzt – sind die Beziehungen zwischen den beiden Staaten angespannt. Vor diesem Hintergrund hat Israel die tuerkische Vermittlerrolle bei den syrisch-israelischen Friedensverhandlungen abgelehnt, weil Tuerkei kein fairer Vermittler sei. Das hat Tuerkei nun selbst eingeraeumt, indem das Aussenministerium in einer Mitteilung erklaerte, dass eine Vermittlerrolle nie angestrebt gewesen sei, und dass die Position der Tuerkei im Konflikt keine Vermittlerrolle zulasse.
Der Islamisierungskurs der gegenwaertigen tuerkischen Regierung wird nicht nur von Israel, EU und den USA skeptisch beaeugt, sondern auch vom tuerkischen Militaer, dem “Waechter” ueber den Saekularismus und das Erbe Atatuerks. Im Inneren der Tuerkei brodelt es. Vor einigen Tagen liess die tuerkische Polizei mehrere hochranige Armeeoffiziere verhaften. Ihnen werden Attentatsplaene auf fuehrende Politiker der regierenden islamistischen “Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung” Rejep Tayyip Erdogans vorgeworfen.

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