Donnerstag, 28. Januar 2010

Aegypten: wir haben es nicht vor, den Iran anzugreifen

Die regierungsnahe aegyptische Zeitung Al Ahram hat die juengste Erklaerung des Praesidenten Husni Mubarak zur Iran-Krise abgedruckt. “Ungeachtet dessen, dass Aegypten ausdruecklich die Ausbreitung des iranischen Einflusses in der Region ablehnt und die iranischen Positionen nicht akzeptiert, haben wir keine Absicht, den Iran anzugreifen.” Mubarak rief zum “Dialog” auf, dessen Ziel eine friedliche Beilegung des Konflikts mit dem Iran sein muss. Er fuegte hinzu: “Der nahe Osten haelt eine  weitere Krise nicht  mehr aus, die nicht nur die ganze Region an den Rand einer Katastrophe bringen sondern auch eine Gefahr fuer die Sicherheit der gesamten Welt darstellen wuerde. ”Dieser Aussage sind zwei Botschaften zu entnehmen:
Erstens: Mubarak moechte sein Land aus einem drohenden Krieg mit dem Iran heraushalten. Die Aussage ist nichts anderes als eine kriegsvorbereitende Massnahme, die Impliziert, dass man keine Kriegsbeteiligung beabsichtige – was immer dann unterstrichen wird, wenn eine indirekte Kriegsbeteiligung nicht ausgeschlossen wird. Das ist z B dann gegeben, wenn man seine Territorialgewaesser fuer Kriegsschiffe einer Kriegspartei freigibt. Aegypten rechnet fest mit dem Krieg,
Zweitens: Mubarak hat den Iran in seiner gegenwaertigen Verfassung offen als Bedrohung der eigenen staatlichen Stabilitaet bezeichnet. Somit laesst Mubarak keine Zweifel daran, an wessen Seite er ggfs. stehen wird – moechte aber Israel die Kastanien aus dem Feuer holen lassen. Am 26 Januar hat in Aegypten der Prozess gegen sechs mutmassliche Hisbollah- und iranische Agenten begonnen, die als Teil des schiitischen Terrornetzes in Aegypten Anschlaege auf den internationalen Schiffsverkehr im Suez-Kanal sowie Touristenziele auf der Sinai-Halbinsel planten. Der aegyptische Generalstaatsanwalt Arm Faruk fordert Hoechststrafe.

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