Mittwoch, 6. Januar 2010

Die Angst der HAMAS vor dem Welt-Dschihad


In den radikal-islamistischen Formationen des Nahen Osten lässt sich eine neue Tendenz erkennen: eine schleichende "Dschihaddisierung" von aussen. Trotz kriegerischer Rhetorik und intensiver Wiederherstellung militärischer und logistischer Kapazitäten ist zur Zeit weder bei der Hisbolla nach dem zweiten Libanonkrieg 2006, noch der HAMAS nach dem Gazakrieg 2008-2009 ein echter Wille erkennbar vom "zionistischen Feind" erneut bestraft zu werden. Ausserdem würden sie es gegenwärtig nicht mit der infantil-dilletantischen Olmert-Livni-Regierung sondern mit der Regierung Netaniyahu-Liberman zu tun haben. Paradoxerweise ist HAMAS gegenwärtig damit beschäftigt, unsanktionierte Angriffe militänter Splittergruppen auf Israel zu verhindern und ihre Souveränität im gesamten Gazastreifen aufrecht zu erhalten, was ihr eher schlecht als recht gelingt. Wenn mal nicht gelingt, kommt prompt der "Haftungsausschluss", dass man damit nichts zu tun habe und an einer Eskalation nicht interessiert, obwohl man natürlich auf alles vorbereitet sei. Ähnliche Prozesse verlaufen z Z in den palästinensischen "Flüchtlingscamps" sowie bei der Hisbolla im Südlibanon. Nicht, dass die Islamisten gemässigter oder friedliebender geworden wären, aber eine gewisse Kriegsmüdigkeit "vor Ort" ist dennoch zu spüren und auch nicht verwunderlich. Dieser nachgelassene Eifer und die kränkelnde Kampfmoral der Islamisten vor Ort wird nun jetzt durch den Zustrom von gut geschulten Al Qaida-Kämpfern aus aller Welt gestärkt. So äusserte sich z B der Fatah-General in einem der Palästinenserlager Südlibanons, Sultan Abu al Ajnajn über die Eindringversuche "äusserer Kräfte" in ganz Libanon sehr besorgt.
Die Quellen des israelischen geheimdienstnahen Portals Debka sagen für 2010 eine unvermeidbare neue militärische Konfrontation in Gaza, diesmal in erster Linie mit den im Süden des Streifen sich eingenisteten jemenitischen und pakistanischen Al Qaida Zellen und nur mittelbar mit der HAMAS selbst. Diese Ansicht teilen auch die Berater im Umkreis Obamas und der CIA. Die Vorahnung, dass die jetzige israelische Führung weder in der Lage noch willens sein wird, zwischen den gemässigteren und weniger gemässigten Mördern zu unterscheiden, lässt die HAMAS so eifrig gegen die "Terroristen" im eigenen Lager vorgehen. Genau dieselben Sicherheitsbedenken haben Ägypten auch eine Sperrmauer um Gaza bauern lassen, um das Einsickern von iranisch gesponserten Dschihaddisten nach Sinai zu verhindern. Nach Einschätzungen amerikanischer Terrorexperten, soll nach dem Jemen der Gazastreifen das nächste Betätigungsfeld der Al Qaida werden, wozu jeden Monat dutzende bis hunderte durch das Netzwerk ausgebildete Terroristen in den Streifen eingeschleust werden. Bruce Riedel, Obamas Berater für Afganisatan-Pakistan sagt voraus, dass die neuen Kampfhandlungen durch die Al Qaida-Terroristen provoziert werden könnten, in dem letztere z B einen israelischen Grenzposten angreifen oder gar israelische Soldaten zu entführen versuchen. Einen "neuen Schalit" werde Israel nicht mehr verkraften und mit der ganzen brachialen Gewalt in das Terrornest einmarschieren müssen.

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