Dienstag, 5. Januar 2010

Die Gerechten unter den Moslems

Der Generalsekretär des Zentralrats der Muslime in Italien, Scheich Abdul Hadi Falacci besuchte auf seiner Israel-Reise u. a. das Jerusalemer "Gusch-Katif"-Museum, ein Mahnmal an die Verbrechen der israelischen Staatsgewalt an der eigenen Bevölkerung während des einseitigen "Rückzuges" aus Gaza 2005.

Gusch-Katif ist ein Oberbegriff für die ehemals florierenden jüdischen Siedlungen im Gazastreifen, die Ariel Scharon in einer beispiellos durchdachten Blitzaktion liquidieren liess. Da bei den ausführenden Armee- und Polizeieinheiten eine bestimmte Hemmschwelle beim brutalen Vorgehen gegen die eingene Bevölkerung überwunden werden musste, wurden diese lange zuvor einer subitelen und professionellen psychologischen Schulung unterzogen.
Niemand in Israel kann bis heute die wahren Motive des nunmehr seit 4 Jahren im Koma liegenden ehemaligen Premierministers so recht nachvollziehen. Es war eher eine Mischung aus eigener Eitelkeit, dem Erz-Parteifreund und damals Finanzminister Netanijahu zuzusetzen, der strikt dagegen war, um zu zeigen, wer der Herr im Hause sei; ferner einer unerklärlichen Illusion, auf diesem Wege der Welt zu zeigen, zu welchen Zugeständnissen man für einen Frieden bereit sei; eventuell einer strategischen Überlegung, durch den Verzicht auf Gusch Katif Siedlungen in Judäa und Samaria, sog. "Westbank", beizubehalten, ähnlich wie Menachem Begin seinerzeit die im Sechs-Tage-Krieg eingenommene Sinai-Insel unter massivem amerikanischen Druck an die Ägypter zurückgab, um Gaza und die "Westbank" beizubehalten. Keines dieser Ziele hat er erreicht. Statt dessen erntete Israel ein nationales Trauma, Vertriebene im eigenen Land, den Quasi-Staat Hamastan und seine Raketen auf Israel, das "gegossene Blei", die wachsenden Gelüste der "Weltöffentlichkeit", den Juden ihr Land auch in Judäa-Samaria abzujagen, sowie die politische Leiche namens Kadima. Möge der Held und Vater der Nation erwachen, um die Ergebnisse seiner späten politischen Verwirrung anzusehen.

Dann bekäme er zum Beispiel auch vom Scheich Falacci zu hören, dass sein "Rückzug" eine unsittliche Tat gewesen sei und "nichts ausser Trauer" gebracht habe. Er zeigte sich enttäuscht darüber, dass der Rückzug den ersehnten Frieden nicht gebracht habe und verurteilte die terroristischen Elemente in Gaza, die gezielt jegliche Friedenslösung torpedieren. Er äusserte ferner die Hoffnung, dass "die israelischen Armee und Polizei sich nie mehr gegen die eigengen Bürger wenden werden." Die Tragödie um Gusch Katif sollten sich nicht nur israelische Politiker sondern auch die Friedensbeweger und Palästinenserrechtler in aller Welt vor Augen halten, wenn sie von Israel fordern, Judäa und Samaria, oder gar Jerusalem, judenfrei zu machen.

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