Dienstag, 26. Januar 2010

Die Hauptgefahren für den jüdischen Staat aus der Sicht des Ehud Barak



In seinem Vortrag auf der Konferenz des Zentrums für Verwaltung in Ramat Gan hat Israels Verteidigugnsminister die aktuellen Hauptgefahren für den jüdischen Staat genannt. Aus der Sicht des "Soldaten Nummer 1" ist nicht die iranische Bombe, sondern die Abwesenheit der Grenzen das Hauptproblem für die Sicherheit Israels. Deshalb sei er stolz Teil der Regierung zu sein, die sich die Lösung des arabisch-israelischen Konflikts auf der Basis der "Road Map" vorgenommen habe. "Unser höchstes Interesse ist die Festlegung der Grenze zwischen uns und den Palästinensern", sagte barak und fügte hinzu, dass im Rahmen einer jeden Lösung "die Siedlungsblöcke Teil Israels bleiben werden". In der Tat ist es für jede Armee ein Ding der Unmöglichkeit, Grenzen zu verteidigen, die es nicht gibt, und genau das leistet ZAHAL schon seit über 60 Jahren.
In Bezug auf die Situation an der Nordgrenze zu Libanon hat Barak seine früheren Aussagen wiederholt, dass die libanesische Regierung für das Geschehen in Libanon verantwortlich sei. "Wir sind nicht an einer Verschärfung der Lage an der Nordgrenze interessiert, doch im Falle einer Provokation der Hisbollah liegt die Verantwortung auf den Schultern der libaneswischen Regierung, die Infrastruktur des Landes wird dann Objekt unserer Anwort sein."
Den Iran betreffend erklärte Barak, dass die Staatengemeischaft den Zeitraum für Verhandlungen mit Iran begrenzen solle, wonach schärfste Sanktionen folgen müssten, um Iran dazu zu zwingen, sein Atomwaffenprogramm einzufrieren.
Diese Prioritätenfolge ist durchaus bestreitbar, denn während der Staat Israel schon seit knapp 62 Jahren ohne eindeutig festgelegte Grenzen existiert, sah er sich noch nie einer derartigen Bedrohung wie der des radikal-schiitischen und atomar bewaffneten Iran mit seiner fanatisch-apokalyptischen Staatsführung ausgesetzt. Die vielen gegen ihn gerichteten Vernichtungskriege, die der junge Staat überstanden hat, waren konventioneller Natur, geführt gegen die sowjetisch befaffneten aber schlecht ausgebildeten arabischen Armeen des Nahen Ostens. Der Klassenunterschied ZAHALs zu den Armeen seiner Feinde ist aber längst dahingeschmolzen - sowohl hinsichtlich des Gerätes, als auch der Ausbildung. Auch mit der punktuellen Blitzaktion gegen den irakischen Atomreaktor Osirak 1981 ist die iranische Herausforderung nicht vergleichbar, auf diese Erfahrung wird Israel kaum zurückgreifen können. Die Achse Teheran-Ankara- Damaskus mit dem Marionettenstaat Libanon und mit ihren Satelliten Hisbollah und HAMAS lässt die früheren Bedrohungen als Peanuts erscheinen. Und man darf auch keine Illusionen darüber haben, wie sich die Fatah und die fünte Kolonne der israelischen Araber verhalten werden.

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