Freitag, 22. Januar 2010

Erdogan auf Konfrontaionskurs mit Israel

Die Lieferung israelischer Drohnen und der Besuch von Ehud Barak in Ankara letzte Woche haben, wen wundert's, nur wenig zur Annäherung und Entspannung zwischen Israel und der Türkei beigetragen. Im Interview an einen Fernsehsender in den Vereinigten Arabischen Emiraten beschuldigte Erdogan Israel erneut des Einsatzes von "Massenvernichtungswaffen" während der letzten Operation in Gaza gegen den Raketenbeschuss der HAMAS. Erdogan hat erneut seine Absicht bekräftigt, die "Atomwaffenarsenale" des jüdischen Staates an die Tagesordnung des UN-Sicherheitsrats zu bringen und bescheinigte Israel einen fehlenden Willen zum Frieden. "Offensichtlich ist es den Israelis einfach langweilig, deshalb wollen sie überall zeigen, dass sie rundum recht haben." Es gab auf israelischer Seite bislang keine Reaktionen.
Hinter den Verbalangriffen Erdogans steckt mehr. In seiner Rhetorik unterscheidet sich Erdogan mittlerweile kaum von seinem strategischen Partner Ahmadinedschad. Das gemeinsame marzialische Auftreten der beiden und deren Vorwürfe, die erwiesenermassen nicht zutreffen, sieht wohl nach einer abgestimmten Arbeitsteilung aus mit dem Ziel, eine ideologische Rechtfertigung in einer möglichen baldigen Konfrontaion des Iran mit Israel zu erzeugen und medial verbreiten. Der Iran hat einen mächtigen Verbündeten gewonnen.

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