Dienstag, 19. Januar 2010

Iran droht mit Angriff auf US-Kriegsschiffe

Waehrend die westlichen Regierungen immer noch im Wunschdenken befangen sind, Iran koennte sein Atomprogramm aufgeben, ist diese Frage schon laengst von der Tagesordnung der iranischen Fuehrung gestrichen worden. Iran bereitet sich im Hoechsttempo auf eine militaerische Konfrontation vor. Irans Verteidigungsminister Ahmad Vahidi erklaerte heute: “Der Westen weiss sehr gut, dass die im persischen Golf stationierten Kriegsschiffe ein hervorragendes Ziel fuer die iranischen Militaers seien, sollte eine Agression gegen sein Land gestartet werden.” Das berichtet die iranische nachrichtenagentuer Fars. Aus Israel gab es, wie ueblich, keine Reaktionen. Der Chef des israelischen Militärgeheimdienstes AMAN, Amos Jadlin erklärte heute vor dem Verteidigungsausschuss der Knesset, dass die Verhandlungen de fakto gescheitert seien und man sich auf Sanktionen vorbereite. Wie das State Department heute mitgeteilt hat, hat der Iran den Vorschlag der "Sechser-Gruppe" zur Weiteranreicherung des Urans in Russland und der Herstellung von Brennstäben in Frankreich nun auch formell abgelehnt. In der offiziellen Antwort wurde der Vorschalg als "inadäquat" bezeichnet. Das zu Brennstäben fertigverarbeitete Uran könnte nur für zivile Zwecke verwendet werden. An sich war das ein kluger Schachzug, der wie ein Lackmuspapier gezeigt hat, was der Iran mit seinem Uran wirklich will.
Die “Sechser-Gruppe” muss wissen, dass sie ueber das iranische Atomprogramm schon laengere Zeit nur mit sich selbst verhandelt und nicht mit dem Iran. Der Inhalt der iranischen Drohung an sich ist nicht neu, jedem gut informierten Laien ist hinlaenlgich bekannt, dass die US-Flotte im persischen Golf ein “logisches” Ziel der Iraner sein koennte, ebenso wie die Blokade der Omus-Strasse mit den Unterwasserminen. Diese Verlautbarung des Iran scheint eher ein Ablenkungsmanoever zu sein, bestimmt werden sich die Ajatollahs andere "Überraschungen überlegt haben. In einer direkten konventionellen Konfrontation haben sie keine Chance. Denkbare Szenarien, von denen wir bereits schrieben, wäre eine Destabilisierung einer ganzen Region durch den Einmarsch in den Südirak, Aktivierung der "schlaffenden" Terrornetzwerke des iranischen Geheimdienstes in den westlichen Ländern, Sabotageaktionen an den Ölpipelines usw. Über die tatsächliche Stärke des iranischen Militärs herrschen indes unterschiedliche Einschätzungen, der Aufbau einer Drohkulisse gehört zum psychologischen "Vorspiel" dazu, aber das Säbelrasseln des Saddam Hussein ist vor dem US-Einmarsch im Irak nicht minder laut gewesen.

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