Sonntag, 14. Februar 2010

€rror (erneuert)

In etwa zwei Jahren wird die europäische Gemeinschaftswährung Euro aufhören zu existieren. Mit dieser düsteren - oder wer weiss - Prognose tritt der renomierte New Yorker Professor Nuriel Rubini auf. Seinerzeit prognostizierte Rubini mit ziemlicher Genauigkeit den Ausbruch der Wirtschaftskrise, was ihm nach der Bewahrheitung dieser Prognose eine weltweite Anerkennung in den Fachkreisen brachte. 
In der morgendlichen Sitzung des Weltwirtschaftsforums im schweizerischen Davos erklärte Rubini, die ökonomischen Probleme Spaniens und Griechenlands würden die Euro-Zone "sprengen" , wonach die Gemeinschaftswährung verschwinden würde. Der Grund für den baldigen Untergang des Euro sind vor allem akute Haushaltsdefizite der beiden Euro-Länder sowie der Verfall der Konkurrenzfähigkeit der dort produzierten Waren und Dienstleistungen. Gleichzeitig ist die Möglichkeit, den Verfall einzelner europäischer Währungen durch eine künstliche Abwertung anderer abzufangen nicht gegeben. Den Standpunkt Rubinis teilen viele seiner Kollegen. Nur als Beispiel: das jährliche Staatsdefizit Griechenlands übersteigt das bekannte Maastrichterkriterium von 3% des BIP um ein Vierfaches. Die Gesamtstaatsverschuldung des Landes beträgt 300 Milliarden Euro oder 125 % des BIP.
Ähnlich düster sieht die Perspektiven der EU-Gemeinschaftswährung die renomierte Societe Generale, deren Analytiker Albert Edwards in Bezug auf die Krise der Staatsfinanzen in Griechenland sagte: "Jede "Hilfe", die Griechenland jetzt zur Verfügung gestellt wird, wird den unvermeidbaren Zerfall der Euro-Zone lediglich vertagen." Die grösste Besorgnis der Finanzexperten weckt jedoch weniger der Finanzkollaps eines einzelnen EU-Mitgliedsstaates, oder auch einiger weniger, sondern vielmehr das fehlende Wachstum in der EU insgesamt und vor allem bei dem wirtschaftlichen Zugpferd Deutschland. Das wirtschaftliche Wachstum betrug im letzten Quartal des vergangenen Jahres 0,1%, in Deutschalnd 0,0%, was die Stagnation vertiefen und sogar eine neue Finanzkrise heraufbeschwören könnte, während die EU-Länder die Folgen der letzten noch nicht verarbeitet haben.
Der Regulierungs- und Vereinheitlichungswahn verblendeter EU-Technokraten hat die Hauptquelle europäischer Prosperität durch die Jahrhunderte hinweg vernichtet, nämlich die Vielfalt und Eigenständigkeit der Nationen. Ehemals die Wiege der Industrialisierung und Lokomotive der Weltwirtschaft produziert Europa anfang des neuen Jahrtausends vor allem reaktionären islamistischen Terrorismus, die moderne politische Fäulnis namens political correctness, Frustration und Arbeitslosigkeit sowie aufgeblähte Staatsapparate und bürokratische Ungeheuer. Der Bundeskanzler Helmut Kohl konnte so verblendet nicht sein, um wirklich daran zu glauben, dass eine Gemeinschaftswährung die ehemals verfeindeten Länder zusammenführen und Kriege auf dem alten Kontinent ein für alle mal verhindern wird. Nicht die Währung  verhindert in Europa Kriege, sondern die Tatsache, dass die europäischen Völker schon genug davon gehabt haben und in deren Folge nun "überzivilisiert" sind. Die D-Mark war bekanntlich nur der Preis für die deutsche Einheit. Ein überhöhter, denn er hätte nicht gezahlt werden müssen.

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