Donnerstag, 4. Februar 2010

Debka: Kurdistan und Golf als israelische Stützpunkte gegen den Iran (erneuert)

In den jüngsten Beiträgen zum Beziehungsgeflecht Israel-Türkei-Kurdistan schrieben wir von der fast unumgänglichen Notwendigkeit einer engeren strategischen militärischen Kooperation zwischen Jerusalem und den Kurden angesichts der Hinwendung der Türkei zum Iran und der iranischen Bedrohung. Wie eine Bestätigung dieser These liesst sich die jüngste Meldung des geheimdienstnahen Nachrichtenportals Debka. Dieses bezieht sich wiederum auf nicht näher benannte Quellen in den ägyptischen Militärkreisen, die haben durchsickern lassen, dass Israel einen Präventivschlag gegen die iranischen Atomanlagen vom Nordirak und vom Persischen Golf aus plane.
Nirgends geniessen die Kurden gegenwärtig mehr Autonomie als im kurdischen Nordirak. Noch zu Lebzeiten Saddam Husseins genossen die Kurden eine weitgehende, von den Amerikanern nach dem zweiten Golfkrieg erzwungene Autonomie. Nach dem Regimesturz in Irak und dem de fakto Zerfall des Landes in den kurdischen Norden, das "sunnitische Dreieck" im Zentrum sowie den schiitischen Süden infolge des letzten Irak-Feldzuges ist der der Nordirak de fakto eine Autonomie mit Staatsqualitäten. Nur aufgrund einer massiven Drohkulisse der Türken erfolgte bislang keine formelle Ausrufung des kurdischen Staates.
Nicht nur die Tatsache der Kriegsvorbereitung an sich haben die Ägypter durchsickern lassen, sondern gaben auch einige Details dazu preis. Demnach patrouillierten die israelische Marine und die fünfte US-Flotte gemeinsam den persischen Golf und die iranischen Territorialgewässer und kundschafteten mögliche Anflugrouten sowie Invasionsmöglichkeiten der israelischen Marine-Spezialeinheiten aus mit dem Ziel der Unschädlichmachung der iranischen Atomanlagen. Zwist gabe es indes zwischen Saudiarabien und den USA, weil die Saudis über die US-gestützten Pläne Israels nicht im voraus informiert gewesen seien. Mit anderen Worten möchten die Ölscheichs selbst nichts dem Widerstand gegen den auch sie bedrohenden Iran beisteuern, aber sehr wohl alles wissen.
Was hier nicht erwähnt wird, ist die mögliche Fronteröffnung von Aserbaidschan aus, das aufgrund seiner geostrategischen Lage und angespannten Beziehungen zu Teheran - Iran betrachtet Aserbaidschan als eine abtrünnige Provinz, auch zwei Nordiranische Provinzen heissen Ost- und West-Aserbaidschan - eine weitere Alternative darstellen würde. Der Staatsbesuch von Präsident Peres im letzten Jahr sowie die Intensivierung diplomatischer Kontakte wären weitere Indizien hierfür.
Durch die verbalen Drohungen des syrischen Aussenministers, mit einem "totalen Krieg" gegen Israel, untermauert durch die jüngsten Militärübungen der Syrer mit der Hisbollah sowie die Bündnisschliessung auch mit der libanesischen Regierung ist nun die Achsenbildung HAMAS-Hisbollah-Beirut-Damaskus-Ankara-Teheran sowie höchstwahrscheinlich Fatah und israelische Araber komplett. Der steht eine wackelige, lose und innerlich widersprüchliche Zweckpartnerschaft zwischen Washington, Kairo, Jerusalem und Kirkuk gegenüber, deren Kern die israelische ZAHAL bildet, hinter deren Rücken die arabischen Regime des persischen Golfs die Wirren des Krieges aussitzen und die EU-Gutmenschen aus sicherher Entfernung zum Frieden in der Welt aufrufen werden. Ägyptens Präsident Husni Mubarak hat darüber hinaus deutlich gemacht, dass sich sein Land am besten aus dem Konflikt ganz heraushalten möchte.

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