Mittwoch, 24. Februar 2010

Der Fall Mabhuh oder: was sind die Systemmedien wert? (erneuert)

Der Tod des HAMAS-Waffenschmugglers Mabhuh hat in der EU mehr Beachtung gefunden und mehr Hysterie ausgelöst, als die regelmässigen "Pannen" der NATO-Armee in Afganisatan, wo man zwei im Fluss feststeckende Tanklaster mit F-16-Jets bombardiert und jedes mal durch fehlgeleitete Schläge und Falscheinschätzungen Dutzende von Zivilisten ums Leben kommen. Aber da ist die abstrakte "NATO" mit ihren komplexen Befehlsketten, also alle und niemand, verantwortlich, und man braucht keine eifrigen "Menschenrechtler" und "Goldstones" und deren Berichte zu befürchten. Am Hindukusch wird ja die Sicherheit Deutschlands und der EU verteidigt. Dort ist, nebenbei bemerkt, überhaupt nicht klar, wer wen verteidigt. In Kundus und anderen Gegenden betet man, dass die lokalen Warlords die NATO in Ruhe lassen und traut sich kaum unnötig aus dem Armeelager.
Aber all das ist uninteressant und der eigenen Bevölkerung auch nicht schmakhaft zu machen. Viel besser macht es sich, einen ganzen Monat gegen den bösen Mosad und nicht weniger bösen Israel zu wettern, der sich - egal wie die Beweislage ist, wer schaut da schon genau hin? - erdreistet, für seine Kommandoaktionen im Rahmen des Antiterrorkrieges - und was ist das noch mal? - Pässe zu fälschen. Da konnten sich die Systemmedien so prächtig auslassen, und nun, alles umsonst?.. Und nun, nachdem der Anfall vorbei ist und man wieder einigermassen bei Sinnen ist, stellt man fest, dass die der ganzen Welt aus  Dubai vorgespielten Videos mit den Amateur-Tennisspielern gepaart mit der Behauptung des lokalen Polizeichefs, dass das Mosadagenten im Liquidierungseinsatz sein sollen, nicht ausreicht, um darauf zu schliessen, ob und welcher Geheimdienst hinter der Aktion steckt. Die zuvor mit Schaum vorm Mund Protestierenden mussten zurückkriechen und sich zähneknirrschend die Erwähnung Israels bei ihrem Abschlusskommunique verkneifen. Der österreichische Außenminister Michael Spindelegger war der einzige, der sich zu einer ehrlichen Aussage durchgerungen hatte: "Ich will Israel keine Vorhaltungen machen - worauf soll sich das gründen?".
Hinter dem peinlichen Rückzieher der EU-Ausseniminster steht aber weder ein plötzlich entdecktes Verständnis für Israel, noch die Einsicht, dass die Beweislage dürftig ist - sondern das Eingreifen der eigenen Geheimdienste. Laut Debka mussten die wichtigen europäischen Geheimdienste, darunter MI-6 und BND, die Notbremse ziehen und die aufgeheizten Politiker darauf hinweisen, dass eine weitere Aufbauschung dieser Routine-Operation im Rahmen des Antiterrorkrieges die Arbeit aller westlichen Geheimdienste, und nicht nur des gescholtenen Mosad, gefährden könnte, weil Papierfälschungen und gestohlene bzw. erfundene "Identitäten", Agenten und V-Männer nun mal zu ihrem gewöhnlichen Rüstzeug gehören. Und dann könnten andere laufende oder geplante Operationen anderer Geheimdienste ebenso spektakulär "auffliegen", was im Interesse von Terroristen und den ihnen sympatisierenden Systemmedien wäre, die die Agentenkrimis wochnlang zerkauen könnten, aber auf keinen Fall im Interesse der Sicherheit. Das sind wohl schon eher die Gründe dafür, weshalb die EU-Ausseniminister eine "abgemilderte" Erklärung verabschiedeten. Der einzige, der das bis zum Schluss nicht kapiert und bis zuletzt in seinem aufrichtigen Zorn auf der Israel-Schelte bestanden hatte, war der  Ire Micheál Martin. Der Fall Mabhuh wird sicherlich  noch lange daran erinnern, was die Systemmedien und deren politische Anhängsel wert sind. (Foto: Gründer der al-Qassam-Terrorbrigaden Mahmud Al-Mabhuh, Mörder zweier israelischer Soldaten in Gefangenschaft 1989)

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