Sonntag, 7. Februar 2010

Die Lage in Nahost spitzt sich zu

Der iranische Praesident hat heute im Staatsfernsehen erklaert, dass er an die zustaendige Behoerde, die iranische Atomenergiebehoerde und deren Leiter Ali Achbar Salehi, die Weisung erteilt habe, das im Land vorhandene Uran bis zu 20% anzureichern. Nach Darstellung Ahmadinedschads hat Teheren dem Westen eine etwa zweimonatige Bedenkzeit fuer die Pruefung seiner Gegenvorschlaege gegeben, wonach Teheran die Weiteranreicherung selbst vornehmen werde. Da der Westen das Ultimatum verstreichen liess, fuehle sich Teheran frei, selbst zu handeln.
Diese Weisung erfolgte nur einen Tag spaeter, nachdem der Aussenminister des Landes Manutschehr Mottaki auf der Sicherheitskonferenz in Muenchen die iranische Bereitschaft bekraeftigte, den Vorschlag der “Sechser-Gruppe” in geaenderter Fassung anzunehmen. Zurecht hatte niemand auf dieses durchsichtige Manoever reagiert, der deutsche Aussenminister Westerwelle sprach von “Verzoegerungstaktik” und “taktischen Spielchen”.
Was die diplomatische Eskalation zwischen Israel und Syrien anbelangt, so verbirgt sich unter der Oberflaeche des verbalen Schlagabtauschs zwischen Damaskus und Jerusalem der letzten Tage viel mehr, als die persoenlichen Eitelkeiten, naemlich folgendes: laut Debka ist den israelischen Geheimdiensten bekannt geworden, dass Syrien die modernen, festtreibstoffgetriebenen Boden-Boden Raketen Fateh-110, jede 3t schwer und in der Lage einen 0,5t schweren Sprengkopf zu tragen, an die Hisbollah weitergegeben hat. Die Reichweite der Raketen betraegt 250 km, womit sich bei den Drohungen der Terrorarmee, man koennen alle Ziele in Israel angreifen, um keine leeren Worte handelt. Hinzu kommt, dass die Raketen auch chemische Sprengkoepfe tragen koennen, die in Syrien speziell fuer diesen Raketentyp entwickelt wurden. Israel hatte immer wieder Syrien davor gewarnt, die Terroristen mit diesen Waffen auszustatten, was anscheinend nichts gefruchtet hat. Daraufhin hat Israel ueber den spanischen Aussenminister Moratinos den Syrern mitteilen lassen, dass, sollte die Hisbollah diese Raketen gegen Israel einsetzen, die ZAHAL mit Angriffen auf militaerische und strategische Objekte auf syrischem Territorium reagieren werde. Genau danach haben der syrische Aussenminister Muallem und Praesident Assad angefangen, Hasstiraden auszustossen und Israel mit “Vernichtung” zu drohen. Darauf reagierten der israelische Aussenminister Liberman und Premier Netanjahu scharf, Liberman drohte, dass Baschar Assad nach dem verlorenen Krieg, im Unterschied zu seinem Vater Hafez, auch seine Macht verlieren wuerde. Waehrend die syrischen Fuehrer im eigenen Land – sehr verwundelrich – keinerlei Kritik fuer Ihre Handlungen ernteten, brach bei der israelischen Linken eine tollwuetige Hysterie aus, die Liberman als “Kriegstreber” darstellen liess und seinen Ruecktritt forderte. Indes wird die Situation an der syrischen Front von seinem Vorgesetzten Netanjahu und dem Verteidigungsminister Ehud Barak nicht anders eingeschaetzt. Syrien bildet zudem die Hisbollah-Milizen bei der Bedienung der SA-1 und SA-6 Raketenkomplexe aus. Sollten sich auch diese in den Haenden der Hisbollah wiederfinden, bricht ein Krieg aus. Diese Botschaft Israels ist vom US-Gesandten Mitchell dem Assad-Regime uebergeben worden. Die mobilen und chemiewaffenfaehigen Fateh-110 gelten aber als viel gefaehrlicher (auf dem Foto).

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