Montag, 22. Februar 2010

Jüdischer Marsch auf Jericho

Etwa 60 Vertreter des religiös-zionistischen Lages, angeführt vom Knessetabgeordneten Michael Ben Ari (Partei "ihud leumi", dt.: Nationale Einheit) sowie den Vorsitzenden der ausserparlamentarischen jüdischen Front" Baruch Marsel und Itamar Ben Gvir kamen am Sonntag in die unter palästinensischer Verwaltung stehende altjüdische Stadt Jericho ("A-Zone"). Nach dem Gebet in der Synagoge Naaran setzten die Demonstranten ihren Gebetsmarsch in Richtung der alten Synagoge der Stadt Jericho "Schalom al Israel" fort.
Da die altjüdische Stadt für Israelis gesperrt ist und man nur mit Sondergenehmigungen einreisen darf, wurden die Teilnehmer der Prozession von der israelischen Grenzpolizei MAGAV an der Einfahrt in die Stadt gestoppt. Da nach stundenlangen Verhandlungen die Grenzpolizei immer noch keinen Durchgang gewährte, stürmten die Demonstranten die Absperrungen um  in die Stadt zu gelangen. Der zuständige israelische Brigadengeneral Joav Mordechaj rief die palästinensischen "Sicherheitskräfte" dazu auf, sich den Marschteilnehmern nicht zu nähern bzw sie nicht zu umkreisen, um Zusammenstösse zu vermeiden. Nach den Gebeten kamen zusätzliche MAGAV-Einheiten in die Stadt und evakuierten die Juden gewaltsam. Trotz des strickten Verbots für Juden, die "Zone-A" zu betreten kündigte die Bewegung an, dass man "die Gründung eines feindlichen Staates im Land Israel nicht zulassen werde" und weitere Aktionen in naher Zukunft geplant seien. Die als "ultrarechte" oder gar "Extremisten" stigmatisierten religiösen Zionisten scheinen zwar nicht die einzigen zu sein, die in Israel kapiert haben, dass man sich nach dem Rückzügen von 2000 und 2005 kein drittes feindliches Staatsgebilde vor der Haustür leisten kann - aber wohl die einzigen, die das klar und deutlich aussprechen und - eine politische Ausnahmeerscheinung - dementsprechend auch handeln. 
Aber selbst die geostrategischen Akpekte, taktischen Verteilungskämpfe und Sicherheitsbedenken  treten in den Hintergrund vor der Tatsache, dass es sich bei den Staedten Judäas und Samarias wie Hebron mit der Höhle Machpela oder Jericho um ein genuin jüdisches Land und die Wiege jüdischer Zivilisation handelt, das, mit dem Tempelberg, Allerheiligste des judischen Volkes. (Foto: Baruch Marsel)

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