Donnerstag, 25. Februar 2010

Kriegsrat in Damaskus: Ahmadinedschad trifft Assad

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad ist heute in Damaskus von seinem Amtskollegen Baschar al-Assad mit militärischen Ehren empfangen worden. Ziel des Besuchs ist die Festigung und Weiterentwicklung des strategischen Militärbündnisses der beiden diktatorischen Regime. Offensichtlich geht es auch um die konkreten Planungen und Strategien in einem möglichen Krieg gegen Israel. Vermutlich wird Ahmadinedschad nach dem Treffen mit seinem Vassalen Assad auch seine kleineren Kettenhunde Scheich Nasralla, Hisbollah, und Chaled Maschal, HAMAS, treffen. Permanente Begleitmusik waren  wie gewohnt Hasstiraden und Drohungen an die Adresse Israels. "Sollte das zionistische Regime zu seinen alten Fehlern zurückkehren, wird dies zu seiner Vernichtung führen", - sagte Ahmadinedschad auf der anschliessenden gemeinsamen Pressekonferenz mit Assad, "Iran, Syrien, Libanon und Irak stehen gemeinsam gegen Israel." Den arabischen Ländern der Region versprach der iranische Präsident einen "neuen Nahen Osten ohne die Zionisten und Kolonialisten." Etwas "zurückhaltender" jammerte Assad nach, man habe sich über den "israelischen Terrorismus unterhalten, sowie darüber, wie man sich den Verbrechen Israels widersetzen soll."
Die Geschichte eines "judenfreien" Nahen Ostens ist nicht neu, 1948, 1967, 1973 unternahm die gesamte arabische Welt riesige, koordinierte militärische Anstrengungen zur "Endlösung der Judenfrage" in Nahost. Die Verbitterung darüber, dass daraus nichts geworden ist, über das kollektive Versagen, das Armutszeugnis, sitzt tief, selbst bei denjenigen, die formell Friedensverträge mit Israel haben - und nährt bis heute revanchistische Stimmungen und faschistische Gelüste. Und dann kommt ein charismatischer Führer aus der Mitte der islamischen Welt und verspricht, den arabischen Traum zu verwirklichen, und zwar ganz bald - das muss doch inspirieren! Zeitgleich mit dem Besuch des Ahmadinedschad in Syrien hatte der iranische Verteidigungsminister Gen. Ahmad Vahidi Katar besucht und ein strategisches Bündnis mit dem Zwergstaat im Persischen Golf unterzeichnet. Komischerweise hatte der amerikanische Präsident  ausgerechnet in Katar ein Paar Monate zuvor seine Patriot-Batterien aufgestellt. Der Perser gibt aber zu verstehen, dass eine Zusammenarbeit mit dem Iran ein viel besserer Schutz gegen die iranischen Raketen sei, als die sich ständig blamierenden Patriots. All diese Entwicklungen, der rege militärische und politische Austausch innerhalb der islam-faschistischen Koalition, deuten darauf hin, dass die Vorbereitung auf eine Konfrontation in die entscheidende Phase getreten ist.

Weniger beachtet von den Massenmedien sind heute die grössten Militärübungen der ZAHAL an der Nordgrenze Israels seit dem zweiten Libanonkrieg planmässig abgeschlossen worden. Beteiligt waren nicht nur die dort ständig stationierten Einheiten, sondern auch Reservisten. Geübt wurden verschiedene Szenarien, u. a. ein Krieg an vier Fronten, Koordination der verschiedenen Heeresarten und Entscheidungsprozesse der Armeeleitung unter extremen Bedingungen. Fast zeitgleich mit dem Gebell Ahmadinedschads über die "Vernichtung Israels" sagte der Generalstabschef der ZAHAL Generalleutnant Gabi Aschkenasi beim Abschluss der Übungen: "Wir sind nicht an einer Eskalation interessiert, sind jedoch wachsam, kampfbereit und beobachten die Lage genau."  (Fotos: Ahmadinedschad, Assad; Gabi Aschkenasi)

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