Sonntag, 7. Februar 2010

Münchner Sicherheitskonferenz als Miniversion des Nahostkonflikts

Eine der Sitzungen der jährlichen Sicherheitskonferenz in München war dem Nahen Osten gewidmet. Von den Veranstaltern vorgesehen war eine gemeinsame Sitzung der Vertreter Israels, Saudi-Arabiens, der Türkei, Ägyptens, der USA und Russlands. Der saudische Vertreter, ex-Geheimdienstchef und Sohn des saudischen Königs Prinz Turki al Feisal weigerte sich jedoch, gemeinsam mit dem israelischen Vertreter, Vize-Aussenminister Dani Ayalon an einem Tisch zu sitzen und verlangte, die "Nahostsitzung" zu teilen. An der einen sollten Vertreter Israels, Russlands und der USA teilnehmen, an der anderen die Teilnehmer aus Saudi-Arabien, Ägypten und der Türkei. 
Bereits an sich ist dieser Vorschlag ein Nonsence gewesen, denn man hätte nicht nach München fliegen müssen, um an verschiedenen Tischen zu sitzen, zumal durch diese Gruppeneinteilung die Beteiligten kaum etwas zu diskutieren hätten. Bei dem amerikanischen Senator Joe Lieberman hatte dieses Verhalten des Prinzen Empoerung ausgelöst, nur aufgrund der Kaprize des saudischen Konferenzteilnehmers solle die wichtige Sitzung abgesagt werden. Der im Publikum sitzende Prinz konnte dem Druck nicht standhalten, stand auf und bestritt seine Weigerung vehement. Kurz darauf sprach der israelische Minister ihn direkt an und bat, in diesem Fall auf die Bühne zu steigen, ihm die Hand zu schütteln, und sich den Podiumsteilnehmern anzuschliessen. Der Saudi weigerte sich, dann kam Dani Ayalon selbst von der Bühne runter und auf den Prinzen zu, nahm seine Hand und schüttelte sie mit den Worten: "Israel strebt nach Frieden!". 
 In der vorausgegangenen Sitzung brachte Ayalon die Weigerung des Arabers mit ihm an einem Tisch zu sitzen gleich zu Beginn auf die Tagesordnung: "Das ist der Mikrokosmos des gesamten Nahostkonflikts: Araber wollen mit uns nicht sitzen, sie wollen unsere Existenz nicht anerkennen und keine Verhandlungen führen." Der Araber, dessen Königshaus vom Iran mehr bedroht ist, als durch jemanden sonst, und der sich angesichts der iranischen Expansion im Ernstfall hinter Israels Rücken verstecken wird, kann sich nicht dazu aufraufen, mit einem Juden gemeinsam zu sitzen.

1 Kommentar:

  1. Ich füge die Begründung, was Sie zufällig nicht schrieben:
    Die Verweigerung des Prinz Turki al Feisal mit Ayalon nicht an einem Tisch zu sitzen war "auf dummes Verhalten des Ayalon gegenüber dem türkischen Botschafter in Tel Aviv".
    Nicht mehr und nicht weniger.
    Seiner flehendlichen Bitte zum Handschlag (Knieschlag) entsprach der Prinz würdevoll.
    So lehrt man den Kindern den Umgang in der Diplomatie.

    Ein Leser

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