Montag, 1. Februar 2010

Warum Europa im Nahen Osten keinen Frieden will

Und noch eine Frage, die schon viel zu weit führt, aber sei es drum: wieso ist die EU mit ihren Milliardentransfers der Hauptsponsor der Fatah und HAMAS, und nicht die arabischen Wohlstandsländer der Region? Wer engagiert sich mit den Mammuthilfsprojekten, getragen vom " deutschen bzw. europäischen Michel", die auf den Konten der PA- und HAMAS-Funktionäre landen oder in Waffen reinvestiert werden? Die Antwort auf arabischer Seite fällt einfach aus und heisst Gleichgültigkeit. Die "Arabische Welt" schert sich nicht um die Palästinenser, es sei denn sie als ewige Kämpfer gegen den "zionistischen Feind" zu erhalten.
Mit Europa ist es etwas schwieriger. Nach den jüngst bekannt gegebenen geheimen diplomatischen Akten hatte sich z B Europa bis zuletzt geweigert, den Friedensvertrag zwischen Israel und Jordanien zu unterstützen, der schon viel früher als 1994 hätte abgeschlossen werden können, wäre er nicht durch Europa systematisch torpediert worden, mit einer fadenscheinigen und unglaubwürdigen Begründung nämlich, die Palästinenserfrage sei nicht gelöst. Genauso unterstützt die Eurabische Union mit ihren undurchsichtigen Geldtransfers auch heute weiterhin das schwarze Loch Namens palästinensische Autonomiebehörde und den Terrorverein in Gaza. Warum unterstützt die EU den Terror gegen Israel? Warum will es Israel zusammen mit seinen Feinden seine knapp 6000 Jahre alte Hauptstadt entreissen? Was hat es davon, ausser Schadensfreude?
Die Antwort könnte in der psychologischen und von religiösen Atavismen dominierten Tiefenstruktur der europäischen Israelpolitik liegen: Europa gönnt dem jüdischen Volk keine sichere und gedeihende Existenz in seiner Heimat, die Europa selbst im Laufe der Geschichte sich nie erfolgreich aneignen konnte und auch gegenwärtig umso weniger Aussichten darauf hat. Und auch nicht seine Hauptstadt, die 2500 Jahre davor bestand, als die ersten Hunnen- und Vandalenstämme in Europa überhaupt sesshaft wurden.
Was die Kreuzritter im Mittelalter im Kampf gegen die islamische Expansion mit Schwert nicht halten konnten, das Königreich Jerusalem nämlich, soll jetzt ein Häuflein Holocaustüberlebender, ewiger Juden bekommen, und auch noch ungeteilt? Dieser Revanchismus äussert sich heute in der Politik der EU gegenüber Israel. Das erboste und verbitterte, und gleichzeitig wirtschaftlich agonisierende Europa handelt im Nahen Osten nach dem Prinzip "mir nichts dir nichts". Wenn nicht wir, dann sollen's aber auch die Juden nicht bekommen, dann eben die PLO.

Eine andere Erklärung für das Handeln Europas in Nahost liegt in der Gegenwart. Die medial und politisch betriebene Imagepflege Israels als Aggressor und Bersatzer hilft dabei, die Misstimmung und kulutrelle Entfremdung der eigenen nicht integrierten muslimischen Bevölkerung zu kanalisieren. Auf Kosten Israels wird es der EU zwar nicht gelingen, die misslungene Integration der Muslime zu kompensieren und vor dem künftigen Bürgerkrieg nicht retten, aber es hilft, das Niveau der kulturellen und physischen Gewalt im Hier und Jetzt wenigstens zu senken. Der Antiisraelismus ist das stärkste integrierende Element des neuen Eurabien. Deshalb fürchten die eurabischen Eliten die Lösung des Nahostkonflikts wie der Teufel das Weihwasser und kommen in regelmässigen Abständen mit unsinnigen Forderungen nach Israel, wie der Abtretung eines Teils der Hauptstadt an die Araber, die den Konflikt nur vertiefen werden, was auch so gewollt ist.

Europa betrachtet den Nahen Osten heute als eine Spielwiese für sein hässliches schmutziges Spiel. Der Nahostkonflikt hätte mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit für alle Seiten zufriedenstellend längst gelöst werden können, hätte Europa diesen Frieden im Heiligen Land wirklich gewollt.

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