Donnerstag, 4. März 2010

Ägypten droht Israel mit dem Stoss in den Rücken

"Jeder von Israel aus gegen Libanon oder Syrien ausgeführte Militärschlag wird die rote Linie überschreiten, wonach wir nicht mehr gleichgültig bleiben können." Mit dieser Erklärung ist heute der ägyptische Aussenminister Ahmed Aboul-Gheit hervorgetreten. "Keine Aggression bleibt unbeantwortet", fügte er hinzu. Die Spannungen in Grenzdreieck Israel-Libanon-Syrien sind ohnehin schon seit etlichen Monaten enorm. Es geht nicht nur um den verbalen Schlagabtausch zwischen Israel und seinen Feinden der jüngsten Zeit und die "Pendeldiplomatie" der Islamfaschisten zwischen Beirut, Damaskus und Teheran. Es geht um die konkrete Ausrüstung Hisbollahs mit strategischen Waffen, wie jüngst mit den IGLA-Boden-Luftraketen russischer Produktion, von denen Ehud Barak laut Debka gesagt haben soll, dass sie auch nicht jeder souveräne moderne Staat besitze, und die massiven Kriegsvorbereitungen in Libanon, Syrien und Iran, . Der Führer der christlichen Phalange-Miliz in Libanon Samir Dschadscha warnte davor, dass Hisbollah ganz Libanon in den Krieg hineinziehen will. Es ist von enormaer Wichtigkeit zu verstehen, was hinter der Drohung Ägyptens wirklich steht.
Einerseits ist Ägypten unter Husni Mubarak, neben Israel, der Hauptfeind Teherans in der Region. Wenn Ahmadinedschad über die "schwachen" arabischen Regime, die sich mit der Existenz der Zionisten abgefunden haben, wettert, dann ist in erster Linie Ägypten, noch mehr als Jordanien, gemeint. Am besten würden die Ajatollahs das Mubarak-Regime stürzen, was sie letztes Jahr mit Hilfe der Hisbollah-Agenten auch versucht hatten. Mubarak weiss das und kooperiert mit Israel intensiv auch im militärischen und geheimdienstlichen Bereich, was dem wachsamen Auge der iranischen Revolutionsgarden nicht entgeht. Andererseits war und ist Ägypten kein Freund Israels, dazu braucht man sich nur die Debatten im ägyptischen Parlament anzuhören - es ist eine reine Zweckpartnerschaft und der Friedensvertrag ist nichts anderes, als eine unterzeichnete langfristige Waffenruhe. Doch Ägypten fuehlt sich mit seiner "proisraelischen" Position - das heisst es kommen keine Hasstiraden a la Erdogan oder Ahmadinedschad aus Kairo -  zunehmend auch in der arabisch-islamischen Welt isoliert. Das grösste arabische Land möchte nicht als Verbündeter Israels gesehen werden. Sollte die Achse der Islamfaschisten von Gaza bis Teheran tatsächlich gegen Israel siegreich sein - was eine zweite Katastrophe des jüdischen Volkes wäre - dann möchte doch auch Ägypten von der Siegesfeier nicht ausgeladen werden. Oder es wäre als nächstes dran. Damit das nicht passiert, schliesst sich Kairo dem antiisraelischen Chor schon mal an. Aber wie würde sich Ägypten im Falle eines israelischen Präventivschlags bzw. eines längeren militärischen Konfliktes verhalten? Einen Friedensvertrag mit dem Staat, von dem man im Krieg schon einmal  besiegt wurde, zerreisst man nicht einfach so. Zumal Ägypten an der Existenz Israels unter gegenwärtigen Umständen mehr interessiert sein muss, als an dessen Verschwinden. Deshalb wird Ägypten es erstmal bei den Drohungen belassen oder erst dann in den Konflikt eintreten, wenn die Allianz der Islamfaschisten die Oberhand gewinnt. Mit G-ttes Hilfe wird das nie passieren. (Foto: Aboul-Gheit)

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