Samstag, 27. März 2010

Knesset berät über die Anerkennung des Genozids an den Armeniern

Im Aprill soll ein Gesetzesentwurf des MK Chaim Oron [Merez] auf die Tagesordnung der Knesset gesetzt werden, in dem offiziell der Völkermord an den Armeniern im Osmanischen Reich 1915/16 verurteilt wird. Es handelt sich um eine heikle Angelegenheit, denn lange genug wurde die Frage der Anerkennung des türkischen Genozids aus Rücksicht auf die wichtigen strategischen Beziehungen zur heutigen Türkei verschoben. Selbst vor dem Hintergrund der israelfeindlichen Politk Erdogans ist keineswegs sicher, dass die Initiative eine Mehrheit findet. Und das ist traurig, denn Israel ist gezwungen, die historische Wahrheit nicht beim Namen zu nennen, aus Angst, diesen mächtigen Pseudo-Verbündeten, der Israel bereits jetzt verraten hat - siehe das türkisch-iranische Geheimdienstabkommen  - entgültig gegen sich aufzubringen.
Während die offizielle Türkei vom "Bürgerkrieg" spricht, wird den Osmanen während des Zerfalls des Reichs die systematische Vernichtung der christlichen armenischen Minderheit vorgeworfen. Die des Genozids beschuldigten Türken könnten dann nicht mehr unbesorgt gegen Israel und auch sonst den moralischen Zeigefinger erheben und "Kriegsverbrechen" in Gaza während des letzten Kriegs mit den HAMAS-Terroristen vorwerfen. Das ist einer der Gründe, weshalb Erdogan so hysterisch auf jeglichen Versuch, sei es in den USA oder in Israel, reagiert, das Verbrechen der Osmanen an den Armeniern völkerrechtlich verbindlich festzuschreiben.

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