Montag, 15. März 2010

Luiz Inácio Lula da Silva spricht vor der Knesset (erneuert)

Der brasilianische Praesident hat heute Israel besucht. Zu Beginn des Besuchs verweigerte Lula da Silva als Teil des formellen Protokolls erstmal die Kranzniederlegung am Grab des ideologischen Staatsgruenders Israels Theodor Herzl, vereinbarte jedoch mit der palaestinensischen Autonomie die Kranzniederlegung zu Ehren von Jassir Arafat und auesserte sein Bedauern ueber die Entscheidung Israels ueber die beschlossenen Bauprojekte im jerusalemer Stadtviertel Ramat Schlomo. Das meldet Arutz 7. Das hat die israelische Regierung jedoch dabei nicht gestoert, Lula da Silva vom Rednerpult der Knesset dem Volk Israel Leviten lesen zu lassen. Rechtskonservative Abgeordnete von der Ihud Leumi (dt.: nationale Union) boykottierten den Vortrag da Silvas als Erniedrigung und Schande fuer Israel. Aussenminister Liberman sagte aus dem selben Grund seine Teilnahme am Empfang da Silvas ab und blieb ebenso seiner Knessetansprache fern. Es sei inakzeptabel, dass ein Staatsgast, der dem Gründervater des Terrors Arafat die Ehre erweist, nicht jedoch Herzl, und mit der faschistischen iranischen Führung liebäugelt, vor der Knesset sprechen dürfe. In der Tat darf man keinen Respekt der Anderen erwarten, wenn man sowenig Respekt gegenüber sich selbst hat.
Vor der hoechsten israelischen Volksvertretung musste der Brasilianer alledings auch ein Paar nette Worte finden. Er bekraeftigte, dass sein Land im Unterschied zu Iran das “Existenzrecht Israels” nicht in Frage stelle. Er wies darauf hin, dass er stolz darauf sei, dass es in Lateinamerika und im Karibischen Raum keine Atomwaffen gebe, und rief alle Laender dazu auf, dem Beispiel zu folgen. “In meinem Land leben 10 Millionen Araber in Harmonie mit Zehntausenden von Juden. Araber und Juden sind wunderbare Menschen, ihr habt herrliche Traditionen und eine wunderschoene Kultur” - fuegte er hinzu. Israels Premier Netanjahu erklaerte anschliessend, dass die Unterstuetzung Irans durch Brasilien der Stabilitaet in der Welt schade und rief das groesste Flaechenland Lateinamerikas dazu auf, sich der internationalen Allianz zur Verhinderung der iranischne Atombombe anzuschliessen. Positiv ist dem Besuch allenfalls die Erklaerung da Silvas abzugewinnen, Brasilien habe das Abkommen ueber den freien Handel Israels mit den Mitgliedsstaaten der suedamerikanischen freien Handelszone MERCOSUR ratifiziert. Nach Beendigung des Israel-Besuchs reist Lula da Silva weiter nach Teheran. (Foto: Lula da Silva, Peres)

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