Dienstag, 9. März 2010

Mossad: "der Geheimdienst für alle Fälle"

Vor zwei Wochen ging die Meldung durch die Medien, wonach es dem iranischen Geheimdienst gelungen sein soll, Abdul Malik Rigi, den Anführer der radikal-sunnitischen Augstandsbewegung "Dschundallah" in der südöstlichen iranischen Unruheprovinz Sistan-Belutschistan bei einer spektakulären Operation zu fassen. Ein Flugzeug der kirgisischen Fluggesellschaft von Dubai nach Bischkek soll über dem Iran zur Landung gezwungen und der an Bord befindliche Rigi festgenommen worden sein.  Die Führung in Teheran macht den Dschudallah-Häuptling für den blutigen Anschlag auf die örtlichen Stammesführer und hochrangige Rovolutionsgardisten im Oktober letzten Jahres mit mindestens 45 Toten in Belutschistan, dem iranisch-pakistanischen Grenzgebiet, verantwortlich. Ganz grob betrachtet, setzen die Sunniten mittels der "Dschundallah" den Schiiten in etwa genauso zu, wie die Schiiten den Saudis mit den jemenitischen al-Huthi-Rebellen. Dementsprechend kämpft die "Dschundallah" für die Gleichstellung der arabischen und kurdischen Minderheit im Iran und die al-Huthi-Rebellen für die schiitische Sache auf der arabischen Halbinsel. Aber es geht hier nicht darum.
Heute meldete sich nämlich der Pressesprecher der "Dschundallah" Kamal Narui zu Wort und erklärte gegenüber der panarabischen Zeitung Asharq Al-Awsat, dass sein Boss gar nicht durch die iranischen Garden und gar nicht über dem Iran gefasst wurde, sondern in der afganischen Provinz Kandahar in einer Gemeinschaftsoperation der amerikanischen Spezialtruppen und afganischen "Kollaborateure". Den entscheidenden Tip zum Aufenthaltsort Rigis soll der, Achtung: für Mossad, tätige Afgane gegeben haben, der mittlerweile ein umfassendes Geständnis abgelegt habe. Wie auch immer die Wirren der innerislamischen Machtkämpfe aussehen sollen, aber der Mossad taugt immer, um der Sache die letzte "Würze" zu verleihen, auch deshalb, weil der israelische Staat nie irgendwelche Stellungnahmen oder Dementis zu solchen Meldungen herausgibt. Wenn also nichts klar ist, dann muss der Mossad, der "Geheimdienst für alle Fälle", herhalten.

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