Donnerstag, 25. März 2010

"Unübliches" Format des Netanjahu-Hussein-Treffens (erneuert)

Weder vor noch während oder selbst nach dem Treffen des israelischen Premiers mit dem US-Präsidenten gab es Fototermine, öffentliches Händeschütteln, geschweige denn gemeinsame Pressekonferenzen, nicht mal Pressemitteilungen. Medienvertreter wurden  auf Anweisung des Weissen Hauses ausgeschlossen.  Eine solche Atmosphäre beim Treffen eines israelischen Premiers mit dem amerikanischen Präsidenten ist  untypisch, um nicht zu sagen alarmierend. So herbe wurde noch kein israelischer Regierungschef empfangen, fern der Kameras, wie ein hässlicher Diktator eines Dritte-Welt-Landes, den man zwar verabscheut, aber strategisch gebrauchen kann.

Das Treffen soll um 17:30 Ortszeit im Oval Office des Präsidenten begonnen haben und insgesamt etwa 3 Stunden gedauert haben. Inmitten der Gespräche soll Hussein den Raum verlassen haben und erst auf Bitten Netanjahus zurückgekehrt sein, weshalb manche Medien von "zwei" Treffen sprechen. In der Zwischenzeit hatte Netanjahu zusammen mit Barak mit dem US-Verteidigungsminister Robert Gates gesprochen. Die Differenzen drehten sich vermutlich um den Bau in Jerusalem. Die Gesten des guten Willens, die Netanjahu Clinton angeboten haben soll, etwa den Abbau zusätzlicher Ceckpoints oder die Freilassung einiger ehemaliger Fatah-Terroristen, stiessen bei der Administration wohl auf Ablehnung und sie verlangt nach wie vor Einschränkungen beim Bau in Jerusalem. Einen besseren Chefunterhändler als Hussein konnte sich Mahmud Abbas nicht gewünscht haben. Abbas soll inzwischen, laut Debka, die Freilassung von 2000 rechtskräftig verurteilten Fatah-Terroristen aus israelischen Gefängnissen als Vorbedingung für die Aufnahme der Gespräche verlangen.
Die Position Israels diesbezüglich bleibt aber unverändert. Nach dem Treffen mit Hussein soll Netanjahu eine ausserordentliche Dringlichkeitssitzung seiner Delegation in der israeischen Botschaft in Washington einberufen haben. Näheres dazu ist bislang nicht bekannt. (Foto: Hussein; Hofjuden Axelrod (2 v. l.), Emanuel (4 v. l.))

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