Freitag, 12. März 2010

Streik im öffentlichen Dienst auf hebräisch

Was ist der Unterschied zwischen einem Streik im öffentlichen Dienst und einem "konventionellen" Arbeitskonflikt? Der besteht darin, dass ersterer den Arbeitgeber kalt lässt und sich in erster Linie gegen diejenigen richtet, die keinen Einfluss auf die Erfüllung oder Nichterfüllung der Anliegen der Streikenden haben, also die Otto-Normalbürger. Muss das so sein? Nein. Deshalb haben sich die Kommunalverwaltungen und Stadträte in Israel gegen die Kürzung ihrer Budgets seintens der Zentralregierung eine selektive und kreative Lösung einfallen lassen.
Ab dem 14. März wird man auf sämtlichen Strassen, wo sich Regierungsinstitutionen befinden, sowie in der Umgebung der Privatwohnsitze der zuständigen Minister den Müll dahingammeln lassen, die Reinigungsdienste in den Gebäuden aussetzen, sowie keine Kaschrut-Zertifikate für die Wurstbrote in den Kantinen und Buffets der Regierungskomplexe ausstellen, was dazu führen wird, dass es in den Sitzungspausen schicht nichts zu essen geben wird. Die Nobelkarossen sollen gerne durch verrostete Toyotas zugeparkt sein. Der Hunger wird dann, so das Kalkül der Stadtverwalter, das Bewusstsein der Volksvertreter und Minister für die Belange der städtischen Dienstleister schärfen und sie zu mehr Flexibilität in den Lohnverhandlungen zwingen. Denn im Zustand nahe der Hungerohnmacht wird man dann auch noch aus der Parklücke nicht 'rausfahren können, um schnell nach Hause zum Abendessen zu gelangen.

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