Donnerstag, 4. März 2010

Syriens Streben nach der Bombe

Bereits Ende 2006 wussten die israelischen Geheimdienste vom geheimen Atomwaffenprogramm Syriens, gespeist vom Know How Nordkoreas und des Iran, eng verzahnt mit diesen, jedoch viel weniger beachtet.
Im August 2007 befahl der damalige Premier Ehud Olmert eine Kommando-Aktion der israelischen Wallschirmjäger über syrischem Gebiet mit dem Ziel, Bodenproben im Umfeld des vermuteten Atomreaktors in der Dir a-Sur-Wüste zu entnehmen. Die erfolgreich entnommenen, wie erwartet mit waffenfähigem Uran belasteten Proben wurden dem Pentagon als Beweise dafür übermittelt, dass Syrien im Schatten der beiden anderen "grösseren Brüder", an der eigenen Atomwaffe bastelt. Nach dem "grünen Licht" aus Washington stiegen am 6. September zehn F-16 Kampfflugzeuge von der Luftwaffen-Basis in Ramat David in die Luft und waren in 18 Minuten über dem Zielobjekt. Über zivile Opfer gab es keine Meldungen, aber vom Reaktor ist nichts geblieben. Drei Tage vor der Operation erreichte Syrien ein verdächtiger Frachter aus Nordkorea, in dem der Nukleartreibstoff für den Reaktor vermutet wurde. Unmittelbar danach wandte sich Olmert an den türkischen Premier Erdogan mit der Bitte, dem syrischen Präsidenten Assad mitzuteilen, dass Israel den Bau eines neuen Atomreaktors in Syrien, neben dem bestehenden "Forschungsreaktor" in Damaskus, nicht dulden werde.
Das Nachspiel des misslungenen syrischen Atomprojekts zieht sich bis heute hin, die syrische Atomtätigkeit war auch Gegenstand der geschlossenen Sitzung der IAEO in Wien am Donnerstag. 2008 besuchten die Mitarbeiter der Behörde das, was vom Reaktor übriggeblieben ist, und entnahmen Proben, die, wie auch die durch Israel entnommenen, uranbelastet waren. Damaskus hatte jedoch seitdem keiner wiederholten Besichtigung der fraglichen Objekte zugestimmt und weigert sich bis heute. Zur Frage, woher das Uran kam, hat sich Syrien eine originelle Erklärung einfallen lassen: der syrische IAEO-Vertreter Basam as-Sabak teilte mit, dass Israel zusammen mit den Bomben auch niedrig angereichertes Uran über dem Objekt "zerstreut" habe, um so den Angriff zu rechtfertigen. Was jedoch widersinnig ist, denn Israel würde nie eine so riskante Operation starten, um ein Objekt zu zerstören, das keinerlei existentielle Gefahr darstellen würde. Vor allem die Art des Urans, das in der Umgebung des Objekts gebunden wurde, und dessen Spuren auch im Forschungsreaktor in Damaskus nachgewiesen wurden, hat die Experten misstraurisch gestimmt, weshalb den Erklärungen aus Damaskus nicht geglaubt wird. Seit der Ausschaltung des geheimen syrischen Reaktors sind aber schon wieder 2,5 Jahre vergangen, und es war schon damals klar, dass dies nur die Spitze des Eisbergs sein könnte. (Foto: syrische Atomanlage vor und nach der Operation)

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