Montag, 19. April 2010

Barak zur Prognose von Koenig Abdullah

Im gestrigen Interview an The Chicago Tribune sagte der jordanische Herrscher Koenig Abdullah II, dass es schon im Sommer Krieg geben koennte, wenn der Friedensprozess mit den Palastinensern keinen Fortschritt zeige: “Sollten die arabischen Staaten zum Schluss kommen, dass Israel dem Friedensprozess Hindernisse in den Weg baue, kommt es wahrscheinlich zur Ruecknahme der arabischen Friedensinitiative”, ferner sieht er den Zusammenhang zwischen dem Fortschritt im Friedensprozess und der Entwicklung des iranischen Atomwaffenprogramms. Dieselben Zusammenhaenge sieht auch der US-Praesident Hussein, das macht sie aber nicht richtiger. Beide Aussagen haben mit der Realitaet nichts zu tun. Eher ein status quo mit den Palaestinensern ist der Zustand, mit dem vor allem die PA unter Mahmud Abbas zufrieden ist, dies wurde schon an anderer Stelle ausfuehrlich dargeleg. Eine Veraenderung des status quo koennte Abbas die Macht kosten. Vielmehr gibt es Krieg, wenn man mit den a priori aussichtslosen Verhandlungen beginnt, wie es schon so oft der Fall war. Die zweite Aussage ist noch unsinniger: Ahmadinedschad koennte auf die Bombe verzichten, wenn es zwischen Israelis und Palastinensern endlich Frieden gaebe. Die iranische Fuehrung nimmt die PA weder als Vertreter des palaestinensischen Volkes, noch ueberhaupt ernst. “Das Virus”, so der neueste Einfall von Mahmud zum juedischen Staat, muesse aufhoeren zu existieren unabhaengig davon, ob an seiner Seite ein “friedliebender, demokratischer Palaestinenserstaat” entsteht oder nicht, was ihm herzlich egal ist. Es ist ausgeschlossen, dass Koenig Abdallah das nicht weiss, aber er musste die Gelegenheit ergreifen, in den Chor von Hussein einzustimmen, damit sich dieser mit seinen Ideen zum Nahostkonflikt nicht voellig isoliert vorkommt. Schaden tut's ja nicht.
Ehud Barak hat heute bei den Feierlichkeiten zum Jom ha'Sikaron betont, dass er keine Gruende dafuer sehe, dass im Sommer ein Krieg ausbreche, man wolle keinen neuen Konflikt an der Nordgrenze,  was nicht heisst, dass man nicht auf alle Eventualitaeten vorbereitet sein muss. (Foto: Koenig Abdullah II)

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