Sonntag, 4. April 2010

Das Dilemma der HAMAS

Heute gegen Mittag israelischer Zeit wurde ein Kommando aus mehreren Terroristen beim Versuch erwischt, in der Nähe des Grenzzauns zum Gazastreifen nahe des Grenzübergangs Kizufim eine Sprengladung zu legen. In der selben Umgebung beschossen israleische Kampfhubschrauber anschliessend ein militärisches Ziel nahe der Stadt Kurara im Gazastreifen. Das meldet Kol Israel unter Berufung auf die palästinensische Nachrichtenagentur Maan. Es habe laut Maan keine zivilen Opfer gegeben, zu den Verlusten bei den Terroristen liegen keine Informationen vor.
Solche "kleineren" Zwischnefälle verlieren nach dem Gegossenen Blei nach und nach ihren Ausnahmecharakter und werden zunehmend zur "Routine". Vor dem Hintergrund der Zusicherung des HAMAS-Häuptlings Maschal an seinen moskauer Gönner Lawrow, man tue alles, um die Angriffe auf Israel zu unterbinden, weil man gegenwärtig nicht an der Eskalation der Gewalt interessiert sei, bedeutet das, dass die HAMAS entweder ihre Freunde im Kreml an der Nase herumführt, oder aber tatsächlich ihr Gewaltmonopol im Gazastreifen nicht mehr behaupten kann. Fakt ist, dass in den Streifen in den letzten Jahren hunderte von Al-Qaida-Dschihaddisten aus aller Welt, vorwiegend aus dem südasiatischen und nordafrikanischen Raum, eingesickert sind, denen die HAMAS zu "lasch" ist und deren Autorität sie nicht anerkennen. Rund um Chan Junis im Süden des Streifens bilden sie eine Art "Staat im Staate" Hamastans, es kommt immer wieder zu blutigen Auseinandersetzungen mit den HAMAS-Autoritäten. Die HAMAS ist nicht zu beneiden: einerseits muss sie ihr Image als "kämpferische Alternative" zu den "Kollaborateuren" der Fatah pflegen, um von der Dschihad-ispirierten "Basis" nicht zerrieben zu werden, andererseits weiss sie, dass sie das nächste gegossene Blei nicht überleben wird.

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