Donnerstag, 1. April 2010

Eine weitere Tragödie der New-Yorker Puppenkiste

Bezüglich der Druckmittel auf den Iran gibt es drei Varianten: "lähmende" Sanktionen, gar keine Sanktionen oder "Alibi-Sanktionen". Die erste Variante wäre optimal, ist aber aufgrund er Akteurs- und Interessenkonstellation im UN-Sicherhheitsrat unrealistisch. Die zweite wäre suboptimal, sie liesse immerhin alle Optionen offen und hielte Teheran weiterhin unter Druck. Die dritte Variante, ein fauler Alibi-Sanktionspaket, wäre das schlimmste aller möglichen Szenarios. [ mehr dazu: http://heute-in-israel.blogspot.com/2010/02/sanktionen-als-garantie-der-iranischen.html] 
Hussein weiss das. Es wundert deshalb nicht, dass ausgerechnet die Alibi-Sanktionen demnächst auf die Tagesordnung des Sicherheitsrates kommen werden. Laut Reuters soll China einer weiteren Sanktionsrunde im Grundsatz zugestimmt haben, früher hatte bereits Moskau die Bereitschaft signalisiert. Deshalb soll bereits in den kommenden Tagen mit der Ausarbeitung einer konkreten Resolution begonnen werden, die innerhalb einiger Wochen, so die Wunschvorstellung Husseins, stehen wird.
Das bedeutet natürlich erstmal rein gar nichts, das was man als Zustimmung Chinas bejubelt, ist in Wirklichkeit die Zustimmung, überhaupt über Sanktionen zu sprechen, ergebnisoffen, das gleiche gilt auch für Russland. Das heuchlerische Puppentheater names UN-Sicherheitsrat wird uns bald ein mal mehr eine Tragödie vorführen, diesmal " Des nach Atomwaffen strebenden Iran Zähmung". Und am Ende wird Hussein mit dem Rest der hässlichen Muppet Show stolz verkünden, wie einig, handlungsfähig und entschlossen die Staatengemeinschaft angesichts aktueller bedrohungen sei.
In den 60er Jahren stand die Administration von Lyndon Johnson vor demselben Problem, nämlich der Nichtzulassung der atomaren Bewaffnung des maoistischen Chinas. Am Ende intensiver und hochgeheimer Beratungen wurde die ernsthaft erwogene militärische Option aus Angst vor Konsequenzen  letztendlich doch vom Tisch genommen. China hat die Bombe bekommen. 2006 wetterte George W. Bush gegen den nordkoreanischen Schurkenstaat und seine Atomambitionen, plazierte ihn auf der Achse des Bösen und wachte eines Morgens mit der Nachricht über den ersten erfolgreichen nordkoreanischen Atomtest auf. Auch wenn die Beschaffenheit des iranischen Regimes  - einer theokratischen, apokalyptischen, fundamentalistischen Diktatur - eine ganz andere ist, deutet alles, was jetzt geschieht, darauf hin, dass die verblendete Welt auch diesmal klein beigibt und auch diesmal der Zug schneller abgefahren sein wird, als man wahr haben möchte. Hussein hat sich offensichtlich für die Doktrin der "Koexistenz" mit dem atomar bewaffneten Iran entschieden - die Zeche werden die anderen zahlen, dreimal darf man raten, wer.

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