Montag, 10. Mai 2010

9. Mai 2010 in Moskau und Jerusalem: mahnende Worte und Kriegsangst

Vor 65 Jahren kapitulierte das Regime industrieller Menschenvernichtunung vor Kräften, denen wir diese bessere Welt zu verdanken haben. Die diesjährige Siegesparade auf dem Roten Platz war die grösstangelegte seit Bestehen der Tradition noch zu Sowjetzeiten. In der Eröffnungsrede unterstrich der russische Präsident Medwedew u. a., dass die Sowjetunion die Hauptlast des Zweiten Weltkrieges trug, 3/4 der NS-Wehmacht wurden an die Ostfront verlegt. Die gemeinsame Parade mit Beteiligung Russlands, der GUS-Staaten und der NATO zeige die Bereitschaft der zivilisierten Welt, den Frieden zu verteidigen, die Revision oder Umdeutung der Kriegsergebnisse nicht zuzulassen, neue Tragädien nicht zuzulassen. Die Lehren des Zweiten Weltkrieges rufen uns zur Solidarität auf. Besonders aktuell scheint seine folgende Anmerkung zu sein: "Der Frieden ist nach wie vor zerbrechlich. Kriege beginnen nicht urplötzlich. Das Böse gewinnt an Stärke, wenn man zurückweicht und versucht, darüber hinwegzusehen." Eingeladen und angereist waren Staats- und Regierungschefs der GUS-Staaten sowie Vertreter der westlichen Staaten der damaligen Anti-Hitler-Koalition. Unter den Gästen in Moskau waren Israels Präsident Schimon Peres, Präsident Serbiens Boris Tadić, Präsident der Tschechischen Republik Václav Klaus, Chinas Staatspräsident Hu Jintao, der Übergangspräsident Polens Bronislaw Komorowski. Eingeladen aber nicht angereist war der noch-Premier Britanniens Gordon Brown sowie Frankreichs Präsident Sarkozy. Als besondere Versöhnungsgeste nahm Kanzlerin Merkel die Einladung zur Teilnahme an der Siegesparade auf dem Roten Platz an.

Laut dem israelischen Informationsportal Walla bat Schimon Peres am Rande der Veranstaltung Hu Jintao um Hilfe: "Israel bietet China um Hilfe im internationalen Kampf gegen das iranische Atomprogramm. Iran ist der negative Faktor im Nahen Osten, der Mord und Terror fördert", fügte Peres hinzu. Hu wiederum erkundigte sich nach dem Fortschritt bei den Friedensgesprächen mit den Palästinensern und sagte, dass "China und Israel enge Freunde sind, selbst in schwierigen Zeiten." Den russischen Präsidenten der am Folgetag in Damaskus, dann später in der Türkei erwartet wird,  bat Peres, Assad auszurichten, dass Israel mit Syrien Frieden anstrebe, aber es ist unmöglich, Frieden zu erreichen, wenn die Gegenseite permanent Terrororganisationen fördert. "Israel kann die Waffenübergabe an die Hisbollah nicht anders deuten, als eine Provokation des Krieges". Auch in Jerusalem fand heute eine feierliche Prozession und Ehrung von hunderten von Kriegs- und ZAHAL-Veteranen statt. (Foto: 09.05.2010 in Moskau und Jerusalem)

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