Sonntag, 23. Mai 2010

Ägypten sorgt vor

Ägyptische Streitkräfte haben ihre gorssangelegten Militärübungen auf der Halbinsel Sinai absolviert. Wie die Nachrichtenagentur MENA meldet, beinhalteten die siebentägigen Übungen unter dem Codenamen "Badr-2010" eine Reihe grösserer Truppenbewegungen sowie die Überquerung des Suez-Kanals und "Vertiefungen in das feindliche Gebiet". Israel hat diese Aktivitäten Ägyptens stets mit Sorge beobachtet, auch deshalb, weil nach dem Friedensvertrag zwischen den beiden Ländern und dem Rückzug Israels von der Halbinsel nach dem Sieg im Sechs-Tage-Krieg die Truppenanwesenheit Ägyptens dort auf ein Minimum reduziert sein muss. Am Montag wird der ägyptische Geheimdienstminister Omar Sulejman in Israel erwartet. Auf der Tagesordnung seien "Fragen der regionalen Sicherheit", die er mit den israelischen Geheimdienstkollegen und dem Verteidigungsminster Barak besprechen wird.
Auch wenn Ägypten, zumindest solange Mubarak an der Macht ist, im drohenden Konflikt sich wahrscheinlich rein militärisch heraushalten wird, hat man in Kairo wohl doch den Entschluss gefasst, dass man auch dort auf alle Eventualitäten vorbereitet sein sollte. Welche Kräfte dem angeschlagenen Mubarak in den Nacken atmen, lies kürzlich der Auftritt seines Aussenministers Ahmed Aboul Gheit erkennen, der mit der Einmischung Ägyptens an der Seite Syriens und Nasrallahs gedroht hatte, als sein Vorgesetzter im Klinikum Heidelberg  auf der Intensivstation lag.

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