Dienstag, 18. Mai 2010

Der iranisch-türkische Hokuspokus für Idioten

Dem israelischen Radiosender Kol Israel zur Folge hält sich die Kanzlei des Premierministers erst einmal mit den offiziellen Stellungnahmen zum trilateralen Uran-Geschäft zwischen dem Iran, der Türkei und Brasilien zurück. Gegenwärtig wird über den "Uran-Vertrag" beraten, auch in Paris und Washington hat man vorerst zurückhaltend reagiert, dort will man die "Beurteilung der IAEO abwarten." Der in der Ukraine mit dem Staatsbesuch befindliche russische Präsident Medwedew nannte den Deal "interessant", ohne stärker darauf einzugehen. Ein hochrangiger Regierungsvertreter in Jerusalem hat jedoch gegenüber Kol Israel bereits erklärt, dass es dem Iran offensichtlich wieder gelungen sei, die Welt auszutricksen und den Sanktionen zu entkommen, ohne selbst irgendwelche substantiellen Zugeständnisse zu machen.
Der grosse "Deal" sieht vor, das iranische niedrig angereicherte Uran, 1200 kg davon, in die Türkei zu liefern. Gleichzeitig werden Russland und / oder Frankreich die entsprechende Uran-Menge zum nutzbaren nuklearen Brennstoff verarbeiten und auch in die Türkei liefern. Sobald fertig, wird auf türkischem Boden das Fertigprodukt für die "zivilen Forschungsatomkraftwerke" Ahmadinedschads gegen das iranische Uran umgetauscht, das dann nach Russland bzw. Frankreich geliefert wird. Warum auf türkischem Boden? Weil Ahmadinedschad dem Westen nicht traut, Erdogan aber schon. Die Türkei hat sich verpflichtet, die 1200 kg des wertvollen "Stoffs" umgehend in den Iran zurückzubringen, wenn aus irgendwinem Grund der Deal nicht zustandekommen sollte. Am meisten befürchtet man in Jerusalem, dass die EU mit Hussein zusammen diesen faulen Köder schlucken könnten. Der Iran riskiert nichts, weil seine Uranvorräte es erlauben, den Anreicherungszyklus für seine militärischen Zwecke auch ohne diese Tonne aufrechtzuerhalten. Aber der billige Deal lässt sich als ein grosses Entgegenkommen teuer verkaufen. Bereits gestern hatte der türkische Aussenminister Davutoglu erklärt, dass mit diesem Geschäft die Sanktionen vom Tisch sein müssen.
Dass der treue Kumpel Erdogan seinem iranischen Freund diesen zwielichtigen Dienst erweist, werwundert nicht. Was hat aber Lula da Silva nach Teheran getrieben? In diesem Zusammenhang muss daran erinnert werden, dass Brasilien zu den Ländern gehört, die auch vor einigen Jahrzehnten Nuklearambitionen hatten. Ende der 80er Jahre stand Brasilien, dass lange Zeit davor, noch während der Militärdiktatur, ein geheimes Urananreicherungsprojekt hatte, kurz vor der Atombombe, war aber 1998 dem Atomwaffesperrvertrag beigetreten und hatte sich zur zivilen Nutzung der Atomkraft unter  der IAEO-Aufsicht bereiterklärt. Südafrika ist ein ähnlicher Fall, es wundert, dass auch der dortige Präsident Zuma nicht dabei gewesen ist. Im Fahrwasser des "Eisbrechers" Ahmadinedschad könnten auch diese Länder etwas abbekommen, die niemals auf Atomambitionen vollständig verzichtet hatten. Uranlieferungen an Teheran aus Venezuela waren mehrmals in die Medien durchgesickert, und Brasilien hat in Sachen Nukleartechnik sicherlich auch einiges zu bieten. (Foto: Lula da Silva, Ahmadinedschad)

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