Sonntag, 30. Mai 2010

In Sachen Mindestlohn

In Israel gibt es einen gesetzlichen Mindestlohn: weniger als 3850 NIS [aktueller Stand] darf kein Arbeitgeber zahlen. Wie die Tageszeitung Maariv meldet, soll am kommenden Sonntag die Gesetzesinitiative des MK Amir Perez (Avoda - Arbeitspartei) auf die Tagesordnung der Knesset kommen, wonach der Mindestlohn etapenweise um weitere 750 NIS auf 4600 NIS steigen soll. Finanzminister de jure Juval Steinitz äusserte sich gegen den Vorschlag und legte umgehend Widerspruch dagegen ein. Auch der faktische Finanzminister Netanjahu meldete sich aus Paris und sprach sich dagegen aus, verriet aber nicht, was seine Alternativen wären. MKs Haim Katz und Meir Schitrit von der oppositionellen Kadima legten einen alternativen Entwurf vor, wonach sich der Mindeslohn flexibel am Durchschnittslohn orientieren und 50% vom letzteren betragen müsse. Danach würde der Mindestlohn lediglich um 5% steigen und 4050 NIS betragen. Was nützt aber das ganze langweilige Gerede um den Mindestlohn, wenn eine ganze Armee von illegalen Gastarbeitern aus aller Welt für einen Bruchteil davon schuftet und der Staat sich als unfähig erweist, dieser schädlichen Tendenz entgegenzuwirken.

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