Dienstag, 4. Mai 2010

Poker im Vorfeld der Annäherungsversuche

Bei Hunden, Menschen und anderen Tieren gehört ein Abtasten und Abriechen zur Annäherung dazu, man muss den Partner ja irgendwie kennenlernen, um festzustellen, ob's was wird oder nicht. Wenn man sich riechen kann, dann wird 'was, wenn nicht dann nicht, und man geht getrennte Wege. Das ist der Unterschied zum Nahostfriedensprozess: hier tastet man sich schon seit 62 Jahren, besonders intensiv, zum Erbrechen, seit 17 Jahren ab, kommt jedes mal zu Schluss, dass es nichts wird, weil nichts werden kann - macht aber weiter. Das ist eine Pathologie, leider von aussen eingebracht, durch die EU und USA, die solange Frieden bewegen, bis sie endlich wieder ihren Krieg in Nahost bekommen.
Vor Beginn der ekelhaften Farce namens "Friedensgespräche" war Netanjahu gestern nach Scharm el Scheich gereist, und dort 1,5 Stunden lang mit dem schwerkrankten ägyptischen Präsidenten Mubarak gesprochen. Nach aussen drang nur, dass die Gespräche in "guter Atmosphäre" verliefen. Gegenstand seien bilaterale Beziehungen, Situation an der Gaza-Grenze sowie, natürlich, der Friedensprozess gewesen, weitere Details seien "geheim". Die terroristische Splittergruppe Volksfront zur Befreiung Palästinas hat den PA-Chef bereits vor Aufnahme von Verhandlungen gewarnt, eher die palästinensische Seite "schriftliche" Garantien von den USA oder Israel über den "Siedlungsstopp" erhalten habe. Netanjahu besteht auf der Ergebnisoffenheit der Gespräche ohne Vorbedingungen. Amr Moussa von der "Liga" dämpfte die Erwartungen, dass es nach dem Abriechen aus sicherer Entfernung, dem indirekten Abriechen, zum direkten Abtasten kommt. Zur Übermittlung von Duftmarken zwischen den Parteien wird heute der teuerste Kurier der Welt und Husseins Mann fürs Grobe Mitchell erwartet.

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