Samstag, 22. Mai 2010

Über welche "Sanktionen" wird geredet?

Wie man weiss, wird fernab von der Öffentlichkeit zwischen den "Veto-Mächten" ein neues Sanktionspaket gegen den Iran wegen dessen Atomwaffenprogramm ausgehandelt. Russische Diplomaten in Washington haben sich in diesem Zusammenhang beeilt, in die Presse durchsickern zu lassen, dass die S-300-Luftabwehrsysteme vom angestrebten Resolutionsentwurf nicht erfasst werden. Die vertragsgemässe Lieferung der Systeme an den Iran verzögere sich lediglich aus "technischen Gründen". Desweiteren hat die Hussein-Administration die unilateralen Wirtschaftssanktionen der USA gegen eine Reihe von nicht näher benannten russischen Waffenherstellern wiederaufgehoben, die in das iranische Atomwaffenprogramm verwickelt sein sollen. Dies melden übereinstimmend die New York Times sowie die israelische Debka. Obendrein liegen der israelischen Nachrichtenagentur Informationen vor, wonach Spiezialeinheiten der iranischen Revolutionsgarden unter strenger Geheimhaltung auf russischen Truppenübungsplätzen an der Bedienung der S-300 geschult werden. S-300 würden die iranischen Atomanlagen, zumindest kurzfristig, unangreifbar machen.
Sollte die neue UN-Sicherheitsresolution am Ende so oder ähnlich aussehen wie beschrieben, dann ergibt sich paradoxerweise die Situation, dass sie das iranische Atomprogramm schützen und nicht irgendwie bändigen, geschweige denn stoppen wird. Was kann man aber sonst in Bezug auf die Sanktionen erwarten, die für alle Veto-Mächte zustimmungsfähig sein sollen? Und dann die nächste Frage: und wozu wird uns dann das ganze faule Theater überhaupt vorgeführt?
Hinter den Kulissen wird auf Kosten der Sicherheit Israels ein denkbar schmutziges Spiel betrieben, bei dem vor allem Hussein, aber in seinem Fahrwasser auch die restlichen "Mächte", eine gute Miene zum bösen Spiel machen können: sein "aufrichtiges" Bemühen um die Sicherheitsbelange Israels, das sich in den neuen Sanktionen äussere, habe ihn dazu gezwungen, an die Russen diese besagten Zugeständnisse zu machen, zu einem niedrigeren Preis seien die Sanktionen nicht zu haben gewesen. Mit der Verabschiedung derartiger Sanktionen werden die USA formell ihre Schuldigkeit gegenüber dem Judenstaat getan haben und sind aus dem Spiel. M. a. W. hat sich Hussein damit die Berechtigung zur Untätigkeit erkauft, wenn es zum Ernstfall zwischen Israel und dem Iran kommen soll.  Mit dem Totschlagsargument, man müsse den Sanktionen  mehr Zeit lassen, ihre "Wirksamkeit" zu entfalten, wird man Ahmadinedschad seine Bombe zu Ende bauen lassen. (Foto: S-300)

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