Mittwoch, 9. Juni 2010

Iran-Sanktionen: der Westen kauft sich frei

Als Hauptnachricht wurde heute in den Medien der Beschluss der vierten Sanktionsrunde gegen den Iran im UN-Sicherheitsrat verbreitet. Die Atomwaffenpartner Türkei und Brasilien stimmten dagegen, Libanon enthielt sich, die restlichen 12 inklusive aller Veto-Mächte stimmten dafür. Jetzt hat die Welt endlich eine Indulgenz in der Iranfrage und den Freibrief, nichts mehr zu tun. Wirklich neu ist am Sanktionspaket nichts, "lähmend" und gefährlich, wie Netanjahu sich wünschte, sind sie - aber nicht für Iran, sondern für Israel. Dem Iran sind die Paar Finanz- oder Handelsbeschränkungen, oder schenbare Waffenembargos oder die Paar "Reisebeschränkungen" für iranische Diplomaten ein Mückenstich. Aber der Westen hat sich damit von jeglicher Unterstützungsleistung für Israel freigekauft - und dem Iran seine Bombe garantiert: Iran hat seinerseits den Druck losgeworden und kann jetzt "erst recht" so richtig loslegen. Es ist nur folgerichtig, dass ein Vertreter im iranischen Parlament kurz nach der Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses erklärt hat, dass der Iran seine Zusammenarbeit mit der IAEO drosseln aber die Urananreicherung nicht stoppen werde.
Für Israel sieht es anders aus: für einen Staat, der mit sich durch eine Bande von Jihaddisten auf einem verrosteten Dampfer so umgehen und sich vorführen lässt, ist der Iran, wie es jetzt aussieht, eine Nummer zu gross. Mit den Iran-Sanktionen hat der Westen Israel bestraft - nicht den Iran.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen