Freitag, 18. Juni 2010

Israel als Zünglein an der Waage in der... Walfangkommission

Am kommenden Montag soll in der marokkanischen Stadt Agadir die Internationale Walfangkommission (IWC) mit ihren 88 Teilnehmerstaaten tagen. Die Lager der Befürworter und Gegner des Walfangs sind in etwa gleich starkt vertreten. Die bekannten Verfechter des uneingeschränkten Walfangs sind Japan, Norwegen, Island. Die Gegner, unter ihnen Australien, fordern die Verlängerung des Moratoriums des uneingeschränkten Walfangs von 1984, weitere Kürzungen der Quoten beim kontrollierten Walfang, sowie ein absolutes Verbot dieser Tätigkeit in den Schutzzonen des Südpazifik. Vor vier Jahren hatte sich Israel zum ersten mal an der Arbeit der Kommission beteiligt. Bei der entscheidenden Abstimmung über das Moratorium hatte Israel, trotz heftiger japanischer Proteste, für dessen Fortsetzung gestimmt. Das Kuriose war, dass bei der allgemeinen Patsituation die Stimme Israels, das herzlich wenig mit dem Walfang zu tun hat, entscheidend war. Der damalige japanische Botschafter hatte seine tiefe Enttäuschung durch dieses Verhalten Israels geäussert, es sagte dass man aus dem Wal nahezu ein heiliges Tier mache, während es ein ganz normales Säugetier sei, das man jagen könne, um zu essen.
Aussenminister Lieberman und der Umweltminister Erdan werden im Vorfeld der Konferenz buchstäblich belagert und mit Petitionen überhäuft, die eine oder andere Position zu unterstützen. Australien und Südkorea bitten Israel, genauso für den Schutz der Wale abzustimmen, wie vor 4 Jahren. Japan forderte mehr Flexibilität, um eine Kompromisslösung zu erreichen. Wie die Tageszeitung Israel ha'Jom meldet, hat die israelische Delegation ihre Position noch nicht endgültig festgelegt, obwohl Erdan geneigt ist, wieder das Lager der Walschützer zu unterstützen. Was Israel in diesem Gremium sucht, mag dahinstehen, aber seine Position ist begrüssenswert. Und: immerhin hat sich vor ein Paar Monaten ein Grauwal vor der Küste Israel verirrt, also hat jetzt Israel in Sachen Walkompetenz auch noch etwas vorzuweisen. Der Wal wurde erfolgreich wieder hinausbegleitet. (Foto: Schwergewicht Lieberman beim Staatsbesuch in Japan)

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