Mittwoch, 9. Juni 2010

Robert Gates: EU schuld am Kurswechsel der Türkei

US-Verteidigugnsminister Robert Gates hat eine Erklärung für den aussenpolitischen Kurswechsel der Türkei vom Kuschelkurs mit der EU hin zum Kuschelkurs mit Ahmadinedschad, HAMAS und Hisbollah: die EU habe mit der Hinhaltepolitik bezüglich des EU-Beitritts die Türken nur erbost, weshalb sie keine andere Wahl hatten, als in die Arme der Araber und Perser gleichzeitig zu fallen, was unvermeidlich eine innen- wie aussenpolitische Radikalisierung der Türken nach sich zog. Er beschuldigte die EU explizit, eine für die Krise zwischen Israel und der Türkei mitverantwortlich zu sein.
Diese Erklärung ist natürlich ein grober Unfug: weil sie aus der Türkei einen Getriebenen macht, während sie in diesem Prozess die treibende Kraft ist. Erdogan wäre Erdogan geblieben in oder ausserhalb der EU - nur wäre die EU mit Erdogan noch ein Stückchen näher am Abgrund, an dem es längst steht. Denn so integriet er "nur" sein Land in den radikalen Islamismus, anstelle das kleine Anhängsel "Europa" gleich ganz an den Islam anzuschliessen. Aber so abgefroren, wie er nach dieser Behauptung zu sein scheint, ist Gates nicht, das wäre für den Politiker eines solchen Ranges etwas peinlich. Denn diese Sichtweise entspricht den amerikanischen Interessen: mit der Aufnahme der Türkei wäre Europa für die USA als globale Konkurrenz endgültig ausgeschaltet, der so lange beschworene Untergang des Abendlandes wäre endgültig vollzogen. Wahscheinlich wird sich aber der Beitritt der Türkei nur in Gates' Träumen abspielen können. (Foto: Gates)

1 Kommentar:

  1. DA SPRICHT WOHL DER TOTALE POLITIK EXPERTE:
    DAS ICH NICHT LACHE

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