Sonntag, 6. Juni 2010

Türkei: kein Interesse an "schonungsloser Aufklärung"

Am vergangenen Samstag schlug der UN-Generalsekretär Ban Ki Moon vor, eine unabhängige Kommission zur Aufklärung des wohlbekannten Vorfalls vor den Küsten Israels vom 31. März einzusetzen. Die Untersuchung soll der ex-Premier Neuzelands Geoffrey Palmer leiten, eine "anerkannte Autorität" in See- und Kriegsrecht. Das meldet u. a. die israelische ha'Aretz. Nach den Vorstellungen Bans sollen dieser Kommission sowohl israelische als auch türkische Vertreter angehören. Das offizielle Jerusalem gab bislang keine endgültige Antwort auf die Initiative, aus dem Verteidigungsministerium verlautete, dass Israel es vorziehe, selbst die Untersuchungskommission zu leiten, nötigenfalls aber mit der internaitonalen Kommission zusammenarbeiten würde. Rückendeckung gab es von den USA, US-Regierungssprecher Philip Crowley erklärte, dass sich die USA für eine von Israel geleitete Kommission aussprechen. Als Negativbeispiel hat offensichtlich die Goldstone-Kommission zum Gegossenen Blei 2008 / 9 gedient, die in einer antiisraelischen Farce ausartete. Die Türkei wird sich nach Einschätzung von israelischen Exsperten wahrscheinlich gegen eine Kommission aussprechen, die die Verbindungen des türkischen Premiers Erdogan mit der "Wohltätigkeitsorganisation" IHH offenlegen könnte, die dicht mit dem weltweiten jihaddistischen Terrornetz verzahnt ist, sowie das Verhalten des Lynchmobs auf Mava Marmara genauer unter die Lupe nehmen könnte.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen