Sonntag, 27. Juni 2010

Botschafter Oren ueber die "One-Man Show"; Adm. Mullen besucht Israel

Zum vierten Mal in seiner bisherigen Dienstzeit kommt der Vorsitzende des vereinigten Generalstabs US-Admiral Michael Mullen nach Israel um sich mit dem israelischen Dienstkollegen Gen-Leutn. Gabi Ashkenazi, den weiteren ranghohen ZAHAL-Generaelen, unter ihnen dem Chef des Militaergeheimdienstes AMAN Amos Yadlin, dem Oberbefehlshaber der Marine Eli Marom und dem stellv. Generalstabschef Beni Gants, zu treffen. Auf der Tagesordnung sind "Fragen der regionalen Sicherheit". Vor seinem ersten Besuch in Israel 2007 hat in den 10 Jahren davor kein einziges Mal ein Vorsitzender des amerikanischen JCS Israel besucht.
Die stabilen Arbeitsbeziehungen der beiden Generaele Mullen und Ashkenazi scheinen der einzige intakte "diplomatische" Kanal in den israelisch-amerikanischen "Beziehungen" nach der Wahl Husseins zu sein. Der israelische US-Botschafter Michael Oren hat laut ha'Aretz im Laufe des heutigen Briefings vor Diplomaten und Journalisten in Jerusalem den gegenwaertigen Stand der bilateralen Beziehungen zum Hauptverbuendeten und der Schutzmacht mit den Worten beschrieben: "In den Beziehungen zwischen Israel und den USA hat eine tektonische Verschiebung stattgefunden, man kann sie mit zwei voneinander wegdriftenden Kontinentalplatten vergleichen. [...] Man kann nicht von einer Krise sprechen, weil der Begriff "Krise" einen temporaeren Zustand beschreibt, waehrend wir Zeugen eines grundsaetzlichen Wandels sind. Veraenderungen der amerikanischen Politik gegenueber Israel sind offensichtlich. Hatten [die Praesidenten] Clinton und Bush ausgehend von der ideologischen Partnerschaft mit Israel gehandelt, wird Obama ausschliesslich von kuehlen Interessen geleitet, und von nichts mehr. [...] Es gibt vielfaeltige Moeglichkeiten, mit den Beratern des amerikanischen Praesidenten zu kommunizieren, doch Obama ist es gewohnt, eigenhaendig zu arbeiten und es ist praktisch unmoeglich, ihn zu beeinflussen, weil es eine One-Man Show ist." Der Botschafter Oren selbst bestritt die ihm zugeschriebenen Zitate, doch die ha'Aretz besteht auf deren Richtigkeit, weil sie von mindestens fuenf Briefungteilnehmern bestaetigt worden seien. Mit dem Pflichtdementi wird Oren in jedem Fall die Richtigkeit der Saetze an sich nicht bestreiten koennen.

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