Sonntag, 11. Juli 2010

Clinton und Medwedew in die Befreiung Schalits "eingebunden"

Premier Netanjahu hat sich an den ex-Praesidenten der USA Bill Clinton mit der Bitte gewandt, in den Verhandlungen ueber den Gefangenenaustausch zwischen Israel und der Hamas zu vermitteln. Laut der palaestinensischen Nachrichtenagenut Maan soll Clinton in den kommenden Wochen den Gazastreifen besuchen, der Zeitpunkt steht noch nicht fest. Die Hamas erklaerte, ihr sei nichts ueber die Initiative des amerikanischen ex-Praesidenten bekannt, sie begruesse jedoch "jede Anstrengung, die zur Offenlegung zionistischer Verbrechen gegen Gaza" beitrage. Der israelische Stab zur Befreiung Gilad Schalits hat sich Ende letzter Woche an den russischen Praesidenten Medwedew mit einer Petition gewandt, in der dieser aufgerufen wird, die "besonderen Beziehungen" des Kreml zur Hamas zu nutzen, um den israelischen Gefangenen zu befreien. Russland sieht  in der Hamas als einziges "Quartettmitglied" eine legitime Vertreterin des palaestinensischen Volkes und fordert - ungeachtet des Hauptziels dieses Vereins, der Vernichtung Israels - deren Einbeziehung in den Friedensprozess. Und diese Herangehensweise hat ihre Logik: diese Organisation ging aus den anerkannten demokratischen Wahlen 2007 als Siegerin hervor. Die Mehrheit der Palaestinenser will den Judenstaat vernichten und dies hat sich auch eindeutig im Wahlergebnis widergespiegelt: die Hamas vertritt wie keine andere Palaestinensergruppierung das "palaestinensische Volk", ebenso wie die NSDAP wie keine andere Partei, das deutsche Volk 1933 vertrat und folgerichtig siegte. Das ist Demokratie reinsten Wassers.
Moskau, vor allem in Person des Aussenministers Lawrow, ist einer der Hauptsponsoren und Goenner der Jihaddisten in Gaza und hat als solche auf diese ohne Zweifel grossen Einfluss. Bislang haben sich jedoch die Fuehrungen saemtlicher Akteure des Quartetts [USA, EU, Russland, UNO] ausschliesslich auf die Aufhebung der Blockade Hamastans konzentriert, ohne sich um das Schicksal des einzigen wirklich Notleidenden in Gaza - Schalit - zu kuemmern und in dieser Angelegenheit Druck auf die Hamas auszuueben.

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