Sonntag, 4. Juli 2010

Hamas: keine Einigung mit der Fath, "härtere Position" gegenüber Israel

Die palästinensische Nachrichtenagentur Maan meldete heute, dass der Hamas-Anführer im Gazastreifen Mahmud as-Sahar die Unterzeichnung der Einigung mit dem rivalisierenden Terrorverein in Juda und Samaria Fath ausschloss. Die Fath sei nicht bereit zum Kompromiss, und die Hamas werde "die Rückkehr der korrupten Fath-Führer und deren Geheimdienste in den Gazastreifen" nicht zulassen. Im selben Ton äusserte sich vor zwei Wochen ein anderer Bandenchef, Ismail Haniyya. Betreffend des festgehaltenen Gilad Schalit sagte al-Sahar am Sonntag, dass die Hamas zum Deal bereit sei, aber nur unter ihren Bedingungen. Man werde künftig in Sachen Schalit gegenüber Israel eine härtere Position vertreten, fügte der Terrorchef hinzu.
Paradoxerweise spielt der von der Familie des Gefangenen organisierte Protestmarsch zur Befreiung Schalits gerade den Banditen in die Hände, die vor diesem Hintergrund sicher nicht nachgiebiger werden. Während der landesweite Marsch in den Geheimdiensten und bei manchen Ministern auf Unverständnis und sogar Verärgerung gestossen ist, die darin puren Aktionismus sehen, der mehr schadet als er nützt und die Position der Regierung in den Verhandlungen schwächt, hat Netanjahu in seiner letzten Rede die Motive der Famile verstanden und respektiert, jedoch zu verstehen gegeben, dass er die Befreiung Schalits unter Inkaufnahme dutzender künftiger Toten nicht verantworten könne.  Es ist schwer, diese Aktion der Eltern zu beurteilen geschweige denn zu verurteilen, aber der Marsch, sollte er einen Sinn haben, hätte nicht nach Jerusalem sondern in umgekehrter Richtung verlaufen sollen - Richtung Gaza. Viele Beobachter halten es für einen Fehler, Anfang 2009 Gaza ohne Schalit verlassen zu haben. (Foto: al-Sahar)

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