Freitag, 2. Juli 2010

Netanjahus Entscheidung zwischen Falsch und Falsch

Der gegenwärtige Gedenkmarsch nach Jerusalem mit der Forderung nach der Befreiung Gilad Schalits ist der bisherige Höhepunkt des öffentlichen Drucks auf die Regeirung. Der israelische Premier trat heute Abend mit einer Fernsehansprache vor die Kameras. Hier die wichtigsten Auszüge:
"Vier Jahre sind vergangen, seit Gilad Schalit gefangen genommen wurde. Es gibt keinen einzigen Menschen im Volke Israel, der seine schnellstmögliche Rückkehr nicht gewollt hätte. Das, was mit Gilad passiert ist, konnte mit jedem passieren - Gilad könnte mein Sohn oder Bruder sein. Ich weiss, was es heisst, einen Bruder zu verlieren [Joni Netanjahu starb bei der Befreiungsoperation in Entebbe 1976. Red]. Israel ist immer bereit gewesen, vieles für die Befreiung seiner Gefangenen zu tun. Im Fall von Nahschon Wachsman riskierten wir die Leben unserer Soldaten mit der gewaltsamen Befreiung, und in dieser Operation starben Soldaten, und starb Nahschon Wachsman. Zur Befreiung von Johann Tannenbaum befreiten wir hunderte Terroristen. Die Mehrheit von ihnen kehrte zum Terror zurück, bei ihren Angriffen starben wenig später insgesamt 27 Israelis. Wir haben alle Optionen erwogen, alle Gefahren, alle Risiken. Wir haben uns auf die Verhandlungen mit der Hamas eingelassen, mit Hilfe des deutschen Vermittlers. Wir bekamen ein Videoband, das bezeugt, dass Gilad lebt. Wenn man auf irgendjemanden Druck ausüben soll, um die Freilassung Gilads zu erzwingen, dann muss die Hamas das Ziel sein, nicht die Regierung Israels. Schweren Herzens habe ich dem vom deutschen Vermittler übermittelten Hamas-Vorschlag zugestimmt, die Zahl der  für Gilad freizulassenden Terroristen auf 1000 zu erhöhen. Aber ich bin nicht bereit, die gefährlichsten und brutalsten Mörder freizulassen, und ich bin nicht bereit, die freigelassenen Mörder in Juda in Samaria auszusetzen, in unmittelbarer Nähe zu den Ballungsgebieten der Bevölkerung Israels. Ich bin bereit zu deren Freilassung nach Gaza, Tunesien, irgendein anderes Land. Doch die Hamas fordert deren Freilassung nur in Juda und Samaria, wo sie ungehindert und unkontrolliert ihren Terror gegen Israel wieder entfachen werden. 
Wir alle wollen die Rückkehr Gilads. Ich will es, wir tun alles Mögliche. Doch auf der Regierung liegt die Verantwortung nicht nur für Gilad, sondern für alle Bürger Israels. Ich teile den Schmerz der Familie Gilads, doch ich bin verpflichtet auch an diejenigen Familien zu denken, die ihre Nächsten in den anschliessenden Terroranschlägen verlieren werden. Der Aufruf, jeden erdenklichen Preis zu zahlen, ist ein natürlicher Appell eines jeden Vaters, einer jeden Mutter. Als Vater, Bruder und Sohn verstehe und teile ich diese Forderung, aber als Regierungschef kann ich diesen Schritt nicht machen. Wir sind bereit, vieles zu tun, um den Gefangenen freizubekommen, aber wir sind nicht bereit, jeden Preis zu zahlen. Das ist mein Grundsatz, ich erkläre ihn hier offen, und dazu stehe ich."

1 Kommentar:

  1. shalom .das muss man sich auf der zunge zergehen lassen.<<israel bietet
    1000 gefährliche terroristen gegen
    einen soldaten. hamas lehnt das angebot ab,weil israel die leute nach gaza ausweisen will und nicht in gebieten in der nähe israels.<<

    AntwortenLöschen