Donnerstag, 29. Juli 2010

Premier mit dem Vorwurf unsittlichen Verhaltens konfrontiert

In den letzten Tagen erlaubte sich der Premier ein Verhalten, das schon den zweiten Tag in Folge alle israelischen Grosszeitungen beschaeftigt. Kurzum: waehrend des Hubschrauberabsturzes in den Bergen Rumaeniens mit sechs israelischen Offizieren und einem rumaenischen Navigator an Bord, von denen niemand ueberlebte, befand sich der Premier gerade auf der Geburtstagsfeier seines aelteren Sohnes Yair, und unterbrach bzw verliess die Feier auch dann nicht, als er von der Katastrophe erfuhr. Zwar wird aus seiner Umgebung gemeldet, dass er mehrmals die Feier kurzfristig verliess und mehmals telephonierte und Anweisungen gab, aber die Feier ging munter weiter. Ein Sprecher seiner Kanzlei versuchte im israelischen Fernsehen das Verhalten seines Chefs damit zu rechtfertigen, dass er keine Panik habe aufkommen lassen wollen und kuehl im Einklang mit den Regeln fuer solche Faelle handelte und seine Amtsaufgaben erfuellte. Das alles gefaellt aber den ihn peinigenden Journalisten, allen voran dem Maariv-Papierverschmutzer Ben Kaspit, nicht. Aus seiner Sicht haette Netanjahu die Feier sofort abbrechen und sich in die Ermittlungen zum Absturz einschalten muessen. Jede Stunde und Minute wird zerkaut, zu welchem Zeitpunkt der Premier was erfuhr und wie er handelte. Ausser der lapidaren Stellungnahme der Kanzlei gab es keine Reaktionen von ihm oder seiner Umgebung.
In solchen Situationen ist es immer am leichtensten, einen Moralapostel zu spielen. Aber auch wir neigen zur Ansicht, dass die Feier ohne groesseren Laerm zu verlassen und sich mit dem Ereignis persoenlich zu befassen das Mindeste war, was der Premier haette tun sollen. Es koennten sich aber auch genuegend "Freunde"  finden, die durch gezielte Falschinformatonen den Premier in diesem Licht gerne erscheinen lassen wuerden.
Als ob das alles noch nicht genug waere - erhielt sein Sohn Yair, der gerade einen Armeedienst ableistet, eine Disziplinarstrafe fuer das Fehlen in seiner Einsatzstelle, dem Hauptquartier des Armeepressedienstes. Er war auch nicht auffindbar, als man nach ihm suchte und zu kontaktieren versuchte. Sein Vorgesetzter, der die Strafe anordnete, sagte dazu, dass es sich um einen ganz ueblichen Vorgang handele: fuer jeden Soldaten gibt es in der ZAHAL die gleichen Regeln und Sanktionen und man wird keine Ausnahmen fuer den Sohn des Premiers, oder irgendjemanden sonst machen. Inzwischen ist aber bekannt, dass die Haftstrafe fuer den Yair Netanjahu von 10 auf 2 Tage verkuerzt wurde, nachdem Yair die Gruende fuer sein Verhalten nannte.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen