Sonntag, 18. Juli 2010

Erdogans Vernichtungsfeldzug gegen die Kurden - und seine Verbündeten

Der türkische Generalstab erwägt die Bildung einer professionellen Söldernarmee für den Kampf mit den kurdischen Rebellen. Die türkischen Generäle bemängeln, dass die reguläre Armee des Landes, zum grossen Teil bestehend aus Neueinberufenen, deren Pflichtdienst ein Jahr und drei Monate beträgt, nicht im stande sei, den kurdischen Widerstand  endgültig "auszuräuchern". Der türkische Premier Erdogan hat erklärt, dass demnächst Söldner und Berufssoldaten, die sich für 10 Jahre verpflichtet haben, in den Krieg gegen den kurdischen Widerstand geschickt werden. Die gleichen Truppen sollen auch an der türkisch-irakischen Grenze stationiert werden, um das Einsickern von PKK-Rebellen aus dem Nordirak zu verhindern aber auch um die kurdischen Flüchtlingsströme abzufangen und Fluchtwege kurdischer Partisanen in den Irak zu blockieren. Die Kurden kämpfen gegen die Unterdrückung in Syrien, der Türkei und im Irak, wo sie jeweils beträchtliche Minderheiten bilden, und für die nationale Selbstbestimmung im eigenen Staat.
Laut Debka ist mittlerweile auch Syrien in die Kampfhandlungen gegen die Kurden eingebunden. Ende Juni hat die syrische Armee vier mehrheitlich von Kurden bewohnte Städte im eigenen Nordosten - Qamishli, Al Asakah, Qaratshuk und Diwar - bombardiert, mindestens 300 Kurden wurden getötet, mindestens tausend verletzt, hunderte in die Türkei verschleppt, ganze Wohnblöcke wurden dem Erdboden gleichgemacht. Das geheimdienstnahe israelische Portal meldet ferner, dass die syrischen Truppen bei ihren jüngsten Angriffen auf die Kurdengebiete von den Heron-Aufklärungsdrohnen israelischer Produktion unterstützt wurden, deren Nutzung durch Syrien mit Erdogans persönlicher Zustimmung erfolgte. Bevor Erdogan das strategische Abkommen mit Israel auseinanderbrechen liess, hat das türksiche Militär mehrere Dutzend dieser High Tech-Wunderwaffen in Israel eingekauft. Die Türkei ist damit der erste NATO-Mitgliedsstaat, der die moderne westliche Waffentechnologie dem Hauptverbündeten des Iran und dem wichtigen Sponsor des weltweiten Terrors zur Verfügung gestellt hat, der sie zu Angriffen auf die Zivilbevölkerung im eigenen Land nutzt. Die Drohnen werden u. a. auch dazu eingesetzt, die Fluchtwege der Kurden aus Syrien in den Libanon auszuspähen und der dortigen Hisballah zu helfen, die Flüchtigen endgültig niederzuschlagen. Es bestehen keine Zweifel daran, dass auch die iranischen Offiziere und Hisballah-Oberen in den Hauptquartieren in Damaskus sich die Chance nicht entgehen lassen werden, die israelischen Systeme unter die Lupe zu nehmen. Damit hat die Türkei die vertragliche Verpflichtung gebrochen, die technologischen Geheimnisse des ehemaligen Verbündeten nicht an die Israel feindlichen Staaten und Organisationen weiterzugeben.
Seitdem finden intensive Beratungen zwischen Jerusalem und Washington darüber statt, wie man mit dieser neuen Tatsache umgehen soll. Die NATO-Kommandostruktur wurde angewiesen, von Ankara eine Erklärung zu diesen Vorgängen einzufordern. Das NATO-Land Türkei bleibt bislang die Antwort schuldig. Davon, dass spätestens seit der Machtergreifung Erdogans die militärische Zusammenarbeit mit der Türkei für Israel ein Pakt mit dem Teufel war, schrieben wir bereits. Die blinde und unverzeihliche Verfolgung von kurzsichtigen Wirtschafts- und Konzerninteressen in der Türkei entwickelt sich zu einem schwer kalkulierbaren Risiko für Israels eigene Sicherheit.

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