Sonntag, 15. August 2010

21.08.2010

Atomreaktor Buscher, Iran (Debka)
Dass Russland den Atomreaktor im iranischen Buscher im August in Betrieb nehmen möchte, ist nicht erst seit dem 11. August bekannt, als die Vertreter Moskaus und Teherans dies erklärten. Die gemeinsame Ankündigung des Kreml und der IRI über die Inbetriebnahme des Reaktors in einer Woche wurde in Jerusalem aber dennoch wie ein Donnerschlag wahrgenommen. Warum? 
Erstens, die Inbetriebnahme des [Langzeits]Baus wurde schon mehrmals vertagt, es könnte auch diesmal so sein. Letzte Woche hatten hochrangige Offizielle Jerusalems in Washington angerufen und nach der Beurteilung der Informationen aus Moskau und Teheran gefragt. Das Weisse Haus hatte daraufhin mit dem Kreml telefoniert und sich von Putin und Medwedew versichern lassen, dass sie sich an ihr Wort halten und den Nuklearreaktor nicht in diesem Jahr ans Netz nehmen werden. Diese Versicherung scheint nun wertlos zu sein.
Die jüngste Stationierung der russischen S-300 Flugabwehrraketesysteme in Abchasien am Schwarzen Meer kurz vor der Inbetriebnahme des Reaktors in Buscher wird in Jerusalem nicht als Zufall, sondern im Zusammenhang und mit grösster Besorgnis gesehen. Russland kann nämlich die iranischen Anlagen zumindest teilweise auch vom eigenen Territorium aus verteidigen, auch mittelbar, in dem es massgebliche Anflugrouten für israelische und / oder amerikanische Kampfflugzeuge sperrt. Die Führung im Kreml hat damit einerseits die eigens getragenen Sanktionen formell "nicht verletzt", und gleichzeitig seinen Verpflichtungen gegenüber den Ajatollahs nachgekommen, die über die Zurückhaltung dieser Systeme wütend sind. Laut Debka ist das als Signal des Kreml aufzufassen, dass er alles in seiner Macht Stehende tun wird, um die Beseitigung iranischer Atomwaffenkomplexe  zu sabotieren. Die Begründung des Kreml, die Verlegung der S-300 nach Abchasien richte sich gegen etwaige Aggressionen aus Georgien, ist ein Witz.
Am 11. August, nachdem die Hiobsbotschaft aus Moskau bekannt wurde, bezeichnete der ehemalige UN-Botschafter der USA und Sicherheitsberater der Regierung Bush John Bolton im Fernsehsender Fox News den 21. August als "point of no return", als Zeitpunkt, ab dem die Nuklearisierung des Iran unumkehrbar wird. 21.08. ist die Deadline für Israel, "den Angriff auf den iranischen Reaktor in Buscher zu starten, bevor dieser gegen Angriffe immun wird", so Bolton. Nach dessen Inbetriebnahme ist jede Operation mit dem Risiko verbunden, "dass die Radioaktivität in die Luft und möglicherweise in die Gewässer des Persischen Golfs freigesetzt wird". "Wenn sie [die Israelis] es machen sollten, dann ist das ihr Zeitfenster", sagte Bolton und fügte hinzu, dass Israel sowohl den Reaktor Husseins in Osirak 1981, als auch den Assads 2007 jeweils vor dem Einsatz der Brennstäbe beseitigte.

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