Mittwoch, 25. August 2010

Aussichten der Direktgespraeche

Maschal
Die politischen Aktivitaeten der Hamas haben in der Regel immer einen theoretischen und einen praktischen Anteil, die sich gegenseitig ergaenzen. Der praktische: die "drohenden" Friedensverhandlungen begruesst die Hamas mit den Raketen- und Moerserangriffen auf Israel. Im Regionalbezirk Sha'ar Hanegev explodierte am Nachmittag eine Moersergranate. Ueber Opfer oder Schaeden liegen keine Berichte vor. 
Aber viel interessanter ist die Rede des politischen Fuehrers der Hamas Khaled Maschal gestern in Damaskus. Den israelischen Geheimdiensten liegen Berichte vor, dass die Vorbereitungen der Hamas zu Anschlaegen gegen Ziele in Israel und der PA in Juda und Samaria im Endstadium sind, die Organisation ist fest entschlossen, die Verhandlungen zu torpedieren - und das ist keine Vermutung auch keine Projektion aller vergangenen Verhandlungen in die Zukunft - die Hamas kuendigt das selbst offen an. Debka stellt in der Rede Maschals an die Beteiligten des "Friedensprozesses" die besonders brutale Rhetorik. Nie zuvor hatte sich der Terrorverein erdreistet, dem aegyptischen Praesidenten und dem jordanischen Koenig zu drohen: man beachte die Satzkonstruktion: sollte sich Mubarak oder Abdullah II weigern, die Israel-PA-Gespraeche in Washington zu boykottieren, "wird das Ergebnis fuer die Interessen Jordaniens und Aegyptens katastrophal sein" so Maschal. Fuer Abbas hatte er die Vorhersage uebrig, dass er genauso enden werde, wie Arafat und nannte ihn schlicht einen "Feind des Islam". Die Offiziellen von beiden Seiten sehen nach diesem Vortrag des Hamas-Chefs den endgueltigen Bruch zwischen den Terrorfraktionen Fath und Hamas und schliessen eine Einigung aus.
Die Hamas ist dabei, die schlaffenden Terrorzellen in Juda und Samaria zu aktivieren und koordinierte Anschlaege gegen Israel und die von den USA und GB trainierten Kraefte Abu Masens zu verueben. Sollten die Netze rechtzeitig aufgedeckt und unschaedlich gemacht werden, hat sie den ultimativen Plan B, der immer wirkt - die Wiederaufnahme des Raketenfeuers. Dabei operiert die Hamas nicht nur in der engen Enklave Gaza, sondern nuetzt auch die Sina-Halbinsel, wohin ihre Aktivisten durch die selben Waffentunnel gelangen, wie die Waffen in umgekehrter Richtung. Es ist mittlerweile sicher, dass der Beschuss Eilats und Aqabas am 2. August von der Sinai-Halbinsel erfolgte, und es waren nicht drei oder vier, sondern sieben modifizierte Grad-Raketen, zwei von denen auf die aegyptischen Wachtuerme an der Israel-Grenze niedergingen und mindestens zu Verletzungen bei den aegyptischen Grenzsoldaten fuehrten. Die Geheimdienste Israels und der PA schliessen nicht mal einen Angriff der Hamas aus dem Libanon oder gar vom Mittelmeer aus. In Israel hofft man nur auf eines: dass die von Hussein fuer innenpolitische Zwecke und schoene Bilder erzwungenen Gespraeche in Nahost nicht als Bomben hochgehen. 

1 Kommentar:

  1. shalom ,ich habe schon mehrmals geschrieben<<das eine friedensverhandlung mit der PA und randfigur abbas. sinnlos ist. solange hamas u. hizbollah, iran und syrien nicht zustimmen, braucht man mit verhandlungen garnicht anfangen. israel soll auf keinem fall mit der
    siedlungs politik nachgeben. karl

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