Donnerstag, 12. August 2010

Christ im libanesischen Parlament: Nasrallahs Beweise fabriziert

In Israel und Nahost beschaeftigt man sich immer noch mit der Verdauung von Informationen und Raetzeln, die Hasrallah in seiner "Enthuelungsrede" im Hibollah-Sender Al Manar der Welt praesentierte. Auch das Sondertribunal fuer den Libanon [STL] findet die vermeintlichen Beweise der Schuld Israels am Hariri-Mord nun interessant. Staatsanwalt Daniel Bellemare, der dem Tribunal vorsitzt, wandte sich an die Hisbollah  mit dem Antrag, die "Beweise", die sie angibt zu haben, auszuhaendigen. Bislang hat die Hisbollah auf die Bitte nicht reagiert und versprach, laut al-Hayat, sich "spaeter" dazu zu aeussern. In der Rede vom 9. August beteuerte Nasrallah, die Materialien, die er habe, allen Interessenten zur Verfuegung zu stellen. Interessanterweise hat sich der Sohn des Ermordeten, Saad, bislang nicht zu den "Enthuellungen" Nasrallahs geaeussert. Anders der iranische Praesident, der bereits das libanesische Volk aufgerufen hat, "sich den Verschwoerungen der Zionisten zu widersetzen." 
Gestern analysierte auch die  arabische Ash-Sharq al-Awsat die Ausfuehrungen des Scheichs. Laut Expertenmeinungen, die die Zeitung zitiert, seien die von Nasrallah praesentierten Videoaufnahmen - der Scheich erzaehlte von einer 1997 abgeschossenen israelischen Aufklaerungsdrohne und spielte  Videobotschaften einer anderen Drohne vor, die angeblich ueber dem Tatort und vor dem Attentat kreiste, die die Hisbollah-Techniker abfangen und entschluesseln konnten - zwar Belgege fuer die fortgeschrittenen technischen Moeglichkeiten der Hisbollah, aber als Beweise fuer die angebliche Beteiligung Israels taugen sie nichts. Die israelischen Drohnen kreisten und kreisen wohl ueber dem Libanon und werden wahrscheinlich noch lange kreisen, solange das Treiben der Terroristen in diesem Land eine Gefahr fuer Israels Sicherheit darstellt - aber  die Herleitung der Schuld Israels am Mord am Feind seiner Feinde daraus kann nur diejenigen ueberzeugen, die schon sowieso wissen, dass die Zionisten an allem Schuld sind. 
Waehrend sich die auslaendischen Medien und das Tribunal von Nasrallah am Nasenring herumfuehren lassen und sich den Frass schmecken lassen, den er ihnen vorgeworfen hat, gab der Abgeordnete der chritslichen Partei "Die Kraefte Libanons" im libanesischen Parlament Antuan Sara ein interessantes Detail preis: die von Nasrallah praesentierten Videoaufnahmen einer israelischen Drohne, die angeblich kurz vor der Tat, im Februar 2005 gemacht worden sein sollen, koennen tatsaechlich fruehestens von 2007 sein. Warum? Weil die von der Drohne fotografierte Schnellstrasse im beiruter Bezirk Suk, wo bei der Explosion seines Autokonvois der libanesische Premier starb, als Einbahnstrasse zu sehen ist, und zur einer solchen wurde sie erst nach 2007 - zuvor fand der Verkehr in beide Richtungen statt. Die Pressekonferenz Nasrallahs nannte der christliche Politiker eine "Kampagne zur Beendigung der Ermittlungen [des Tribunals zum Mord an Hariri] mit der Begruendung, sie wuerden speziphische Ziele verfolgen." Noch am 5. Maerz 2005, also kurz nach dem Attentat, warf die Schwester des ex-Premiers, Bahia Hariri, im libanesischen Fernsehkanal Al Mustaqbal "bestimmten Kraeften" in Libanon vor, die Ermittlungen in die Irre zu leiten. Daran hat sich seit 2005 nichts geaendert.

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