Mittwoch, 18. August 2010

Diplomatisches Nachspiel

Der etwas eigensinnige "Asylantrag" des verwirrten Arabers aus Ramallah gestern in der türkischen Botschaft hatte an sich natürlich rein gar nichts mit der Krise in den Beziehungen Israel-Türkei zu tun, der angebliche palästinensische Agent des inlandsgeheimdienstes Schabak hatte bereits 2006 ein ähnliches Theater in der britischen Botschaft vorgeführt, danach 4 Jahre, für dieses und andere Delikte,  im Gefängnis abgesessen und wurde, wie es aussieht, wieder rückfällig. Mit dem Schuss des türkischen Botschaftswächters ins Bein des seelisch kranken Angreifers, der mit einer Pistolenatrappe und einem Messer bewaffnet war, hat sich die Geschichte dann soweit erledigt.
Doch die offizielle Linie der Ankara gegenüber Jerusalem scheint darin zu bestehen, keinen einzigen Vorwand auszulassen, um dem jüdischen Staat zu schaden. Dies wird im Folgenden sehr deutlich: nachdem weder die tel aviver Polizei noch Rettungsdienste aufs Botschaftsgelände durchgelassen wurden - es wurde geschossen in der Botschaft und es gab mindestens einen Verletzten, man hatte schlimmeres befürchtet - war die Polizei mit ihrem Latein am Ende und hatte die Regelung des Falles an das Aussenministerium delegiert. Dieses hat von sich aus erneut das Botschaftspersonal darum gebeten, zumindest den Rettungsdienst hereinzulassen, nach dessen Weigerung rief man direkt in Ankara an mit der Bitte, entsprechende Weisungen zu erteilen, doch auch dort boykotierte man Israel. Erst nach mehreren Stunden wurde der Verletzte Araber am Eingang der Botschaft an die Rettungsdienste "übergeben", hinausgeschmissen wäre zutreffender, und wurde ins nächstgelegene Ihilov-Krankenhaus gefahren. Im israelischen Aussenministerium hat dieses inhumane Verhalten der Türkei für Verärgerung gesorgt. Darin sieht man nicht die Ausübung des formellen Rechts, ausländische Vertreter nicht hereinlassen, sondern einen weiteren Ausdruck der Feindseligkeit.

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