Dienstag, 24. August 2010

Für wen ist die Nominierung Galants gedacht?

Galant, Aschkenasi (Arutz 7)
Das Bild, das der israelische Generalstab in den letzten Wochen nach Aussen abgibt, ist nicht besonders attraktiv, nicht nur wegen des Gewühls um das "Galant-Papier". Mit der Nominierung Galants hat Barak eine Notbremse gezogen, aber der Scherbenhaufen bleibt und muss dringend ausgekehrt werden. Heute lud er gleich zwei andere Anwärter auf den Posten, die Generäle Gadi Eisenkoth [Militärbezirk Nord] und Gen. Abraham (Avi) Mizrahi [Kommando Zentrum] ein, um ihnen mitzuteilen, dass sie wichtig sind und bitte bleiben mögen, auch wenn sie nicht ausgewählt wurden. Er telefonierte auch mit Gen. Gadi Schamni, einem weiteren Kandidaten und dem derzeitigen  Militärattaché in Washington, und übermittelte ihm die selbe Botschaft. Es wäre eigentlich ein amüsant zu beobachtender Kindergarten, wenn die Lage aussen 'rum nicht so ernst wäre. Dass Barak Aschkenasi nicht leiden kann und ihn loswird, ist, aus seiner Sicht natürlich, eine positive Nebenwirkung, aber kein Grund. Etwaige politische Ambitionen Aschkenasis hin, Rücktrittsdrohungen anderer Generäle her, unerheblich was daran wahr ist - sind Peanuts. Debka sieht die dringende Ablösung Aschkenasis in einem völlig anderen Kontext.
Gen. Mohamed Ali Jafari, Generalstabschef des Korps der Garden der islamischen Revolution, der äusserst selten Iran verlässt, hatte wenige Stunden vor Reaktorstart in Buscher am 21. August Damaskus einen streng geheimen Blitzbesuch abgestattet - zusammen mit den Kommandeuren der "Al Quds-Brigaden" der iranischen Garden im Irak, in Hamastan und der PA [Gen. Abu Mahdi Al-Muhandis] und im Libanon [Gen. Hassan Mahdavi]. Sie trafen sich für wenige Stunden mit dem syrischen Präsidenten Assad, um drei Themen zu besprechen: erstens, das operative und taktische Vorgehen Syriens im potentiellen iranischen Gegenschlag nach dem Schlag Israels und / oder der USA gegen den Iran; ferner: die Aussichten eines Präventivschlags gegen den Präventivschlag Israels; drittens: Syrien zu überzeugen, den Einfluss in der arabischen Welt geltend zu machen, um die Ölscheichs des Golf von der Unterstützung Israels und der USA abzubringen - die Saudis leiten in regelmässigen Abständen die aktuellsten verfügbaren Geheimdienstdaten zum iranischen Atomwaffenprogramm an das Pentagon weiter und wären auf der Speisekarte der schiitischen Revolution als erste dran. Der kurzfristig anberaumte Besuch des Obersten der iranischen Garden vor der Haustür Israels war die letzte Alarmglocke, die Barak selbst seine privaten Immobiliengeschäfte nachrangig erscheinen liess. 
Er machte es dann kurz und schmerzlos. Galant solls machen, basta. Aschkenasi hat er aber dennoch öffentlich gelobt und gebeten, bis Februar, dem regulären Dienstschluss zu bleiben. Selbst wenn der Krieg noch in Aschkenasis Dienstzeit fallen sollte, die Nachfolgediskussionen wären dann vom Tisch. Die Personalie Galants sollte weniger eine Botschaft nach innen, denn nach aussen sein, an Teheran: Aschkenasi galt und gilt als Taube unter den Generälen - Galant als Falke. In seinem Operationsplan für das Gegossene Blei, das er als Süd-Oberbefehl leitete, drängte er auf ein viel früheres Eingreifen gegen den Raketenbeschuss der Hamas, als Ende 2008 als es "nicht mehr so weiter ging" - und ein viel konsequenteres, bis zur Beseitigung des Terroregimes selbst. Er kam beim selben Barak damit nicht durch, aber jetzt sind die Zeiten nochmal anders. Gen. Mahdavi wurde in kürzester Zeit vom Militärattaché der iranischen Garden im Südlibanon zum unmittelbaren Oberbefehl der HIsbollah befördert - die Hisbollah ist kein iranisches "Surrogat" mehr, kein Mini-Iran vor Israels Haustür - sie ist Iran, eine Brigade des Korps der Revolutionsgarden. Das hat man in Israel sehr ernst genommen, auch wenn über anderes viel lauter geschriehen wird. Galant ist weder dafür bekannt, nach der Pfeife von irgendjemandem zu tanzen, noch für die militärische Zurückhaltung, an die man sich in der Welt so gewöhnt hat. Das steht hinter der Nominierung Galants.

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