Donnerstag, 5. August 2010

Grenzgefecht vom 3. August: "Nachbereitung"

Gestern trafen sich in der libanesischen Ortschaft Nakura - gegenueber der nordisraelischen Stadt Rosch ha'Nikra - die Vertreter der UNIFIL, der Zahal und der libaneischen Armee, um das Grenzgefecht von Vorgestern zu besprechen und kuenftige Zusammenstoesse auszuschliessen. Doch die UN-Truppe und die Zahal stiessen auf eine harte und unnachgiebige libanesische Position, die solche Zwischenfaelle kuenftig eher noch wahrscheinlicher macht. Der libanesische Vertreter General Abd Ar Rachman Schhitli erklaerte, dass der Beschuss der Israelis "kein zufaelliges Vorkommnis" gewesen sei, sondern Folge einer durch die Armeeleitung getroffenen Entscheidung: "Die Soldaten erhielten den Befehl, das Feuer zu eroeffnen, das war die Entscheidung des Kommandos", so der General. Darueber berichtet u. a. das Protal von Yediot Ahronot ynet. Er unterstrich, dass die Armee auch kuenftig auf die Israelis schiessen werde, "um deren Versuche zu unterbinden, die Souveraenitaet Libanons zu verletzen". Libanon erkenne den Verlauf der Blauen Linie [der voelkerrechtlich anerkannten Israel-Libanon-Grenze] an manchen Abschnitten nicht an - diese Haltung wurde in der UNO woertlich als "unzulaessig" bezeichnet - eine wahrhafte Ausnahmeentscheidung einer von antiisraelischen Stimmungen gepraegten Organisation. Die Beweislage zur libanesischen Aggression gegen Israel muss schlicht zu erdrueckend gewesen sein. Wir erinnern daran, dass die UN-Mission offiziell die israelische Darstellung bestaetigte, wonach sich nicht nur die Soldaten, sondern auch die Baeume und das Gebuesch entlang des Grenzzauns, die die Israelis zur Verbesserung von Sichtverhaeltnissen faellten bzw entfernten, auf souveraenem isralischem Gebiet befanden.  
Das Gefecht war nur eine sichtbare Manifestation eines tiefgreifenden Wandels in der libanesischen Armee selbst, die man in Israel als Hisbollisierung bezeichnet. Die in der eigenen Bevoelkerung traditionell mit Spott uebehaeufte, fuer unfaehig gehaltene Truppe hat in den letzten Tagen ihren Image als "Widerstand gegen den zionistiszchen Feind" enorm aufpoliert. Die libanesische Armee feiert ein regelrechtes "Revival", mitgetragen durch die Hisbollah. Damit geht auch das zunehmend aufbrausende und provokative Auftreten ihrer Offiziere einher, zusaetzlich gefoerdert durch die zahnlose und umsichtige Reaktion Israels. Die libanesische Nachrichtenagentur NNA meldet derweil, dass heute um 9:05 Ortszeit die israelische Luftwaffe die libanesischen Doerfer Nabatiya, Chiam und Mardschayuna ueberflog. (Foto: Nordgrenze, UN-Beobachter, libanesische Soldaten halten Israel im Visier)

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