Freitag, 20. August 2010

NYT: Iran von der Agenda genommen?

Urananreicherungswerk im Berg nahe Qum (NYT)
Wie die  New York Times in der Freitagsausgabe berichtet, soll es der Hussein-Administration gelungen sein, Israel davon überzeugen, dass bis zur "roten Linie", der Fähigkeit des Iran zur Herstellung einer Nuklaerwaffe, noch mindestens ein Jahr Zeit bleibe. Die Autoren Mark Mazzetti und David Sanger berufen sich auf Berichte der US-Geheimdienste und IAEO-Inspekteure. Nach ihrer Dastellung soll Israel auf die Linie der USA eingeschwenkt sein, wonach der Iran von der Herstellung eines waffenfähigen Materials noch weit entfernt sei. Als Gründe für diese Einschätzung nennen sie die Wirkung von Sanktionen und die damit verbundenen Risse in der Staatsführung des Iran, wie weit man es mit der Bombe noch treiben kann, ohne weitere Sanktionen kassieren zu müssen; ferner, die Pannen im Urananreicherungsprogramm selbst, die etweder auf Lieferengpässe bei notwendigen Materialien und Gerätschaften, oder auf fehlende technische Fähigkeiten oder auf Sabotageaktionen des Westens - oder alles zusammen - zurückzuführen sind. Im Moment verfüge der Iran über ~ "5,730 pounds" [ ~2580 kg] an niedrig angereichertem Uran, was, im Falle der gelungenen Weiteranreicherung, für zwei Bomben ausreiche. Die Autoren weisen auch darauf hin, dass der Iran die Inspekteure im Land unweigerlich ausweisen müsste, sollte das Land mit der Herstellung von Plutonium beginnen. 
Doch die Experten räumen ein, dass solche Einschätzungen ihre "Schwachstellen" hätten, etwa bei der Frage, ob der Iran weitere versteckte Urananreicherungsanlagen habe, ähnlich der in Qum, deren Existenz der Iran erst zugab, nachdem bekannt wurde, dass die US- und israelische Geheimdienste damit an die Öffentlichkeit gehen wollten. Israel hat die Option eines vorbeugenden Militärschlags aber nie aufgegeben, so die Zeitung. Aus unserer Sicht passen die Ausführungen der NYT und die zugrundeliegenden "Experten"- und "Geheimdienstberichte" eher in die Beschwichtigungsdoktrin von Präsident Hussein  als sie geeignet wären, den tatsächlichen Entwicklungsstand des iranischen Atomwaffenprogramms abzubilden. Debka meldet derweil   intensive Kriegsvorbereitungen in Teheran und Damaskus.

1 Kommentar:

  1. shalom. was wird israel jetzt machen?
    warten bis die bombe fertig ist? das kann scheller sein als gedacht.
    einen gezielten luftangriff auf die
    anlagen wäre das beste. dann ist erst
    mal ruhe mit atom. karl

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